Band 
Dritter Band.
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nur einmal die Lage der deutschen Schriftsteller, wie sie immer warund wie sie noch ist, und betrachte die Verhältnisse, unter denen siesich bildeten. Nirgends in ganz Deutschland ist ein Mittelpunkt ge-selliger Lebenöbildnng, wo sich Schriftsteller zusammenfänden, die nachEiner Art, in Einem Sinne, jeder in seinem Fache sich vervollkomm-nen könnten. Zerstreut geboren, höchst verschieden erzogen, meist nursich selbst und den Eindrücken ganz verschiedener Verhältnisse überlassen;von der Vorliebe für dieses oder jenes Beispiel einheimischer oderfremder Literatur hingerissen; zu allerlei Versuchen, ja Pfuschereiengenöthiget, um ohne Anleitung seine eigenen Kräfte zu prüfen; erstnach und nach durch Nachdenken von dem überzeugt, was man machensoll, und durch Praktik unterrichtet, waS man machen kann; immerwieder irre gemacht durch ein großes Publikum ohne Geschmack, wel-ches das Schlechte und das Gute mit eben demselben Vergnügen ver-schlingt; dann wieder ermuntert durch Bekanntschaft mit der gebildeten,aber durch alle Theile des großen Reichs zerstreuten Menge, gestärktdurch mitarbeitende, mitstrebende Zeitgenossen — so findet sich derdeutsche Schriftsteller endlich in dem männlichen Alter, wo ihnSorge für seinen Unterhalt, Sorge für seine Familie, sichnach außen umzusehen zwingt, und wo er oft mit demtraurigsten Gefühle durch Arbeiten, die er selbst nicht ach-tet, sich die Mittel verschaffen muß, dasjenige hervor-bringen zu dürfen, womit sein ausgebildeter Geist sichallein zu beschäftigen strebt." Welcher deutsche geschätzte Schrift-steller wird nicht sich selbst in diesem Bilde erkennen, und welcher wirdnicht mit bescheidener Trauer gestehen, daß er oft genug nach Gele-genheit geseufzt habe, die Eigenschaften seines Genius früher schoneiner allgemeinen Nationalkultur, die er aber leider nicht vorfand, zuunterwerfen.

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