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Dritter Band.
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I. I. v. Littrow's Biographie.

gewissen Vorliebe erfreuten, ist schwer auszumachen; indeß scheint derName für einen solchen Ursprung zu sprechen.

Nach säst beständiger Kränklichkeit in seinen ersten Lebensjahrenkräftigte sich Littrow's Gesundheit so sehr, daß die erste bedeutendeKrankheit seines späteren Lebens auch die letzte war. Mit dem fünf-ten Jahre bezog er die Schule seiner Geburtsstadt, wo durch dieLehrer Lerch und Sturm die ersten Keime der Liebe zu Wissen-schaften, zur Arbeit und Ordnung in ihm gelegt wurden. Styl undDeclamation zeichneten ihn vor seinen Mitschülern schon hier auS;kindliche Spiele konnten ihn bald nur auf kurze Zeit, und eben bloß,wenn sein Körper zur Erholung eine heftigere Bewegung forderte, vonden wenigen Büchern abziehen, deren er in dem Städtchen habhaftwerdey konnte, und die er in dem Dachkämmerchen seines väterlichenHauses emsig durchging und auszog.

Littrow erzählte in späteren Jahren oft ein Geschichtchen aus jenerZeit, das bezeichnend für seine damaligen Erzieher war. Einer derersten Geistlichen des Städtchens fand Gefallen an dem hoffnungsvollenJungen und nahm ihn öfters auf Spaziergänger» mit. Eines Tageshemmte ein kleines Büchlein, durch vorangegangenen Regen ungewöhn-lich angeschwollen, und nur auf einigen weit aus einander stehendenSchrittsteinen zu passiren, ihren Weg. Der alte Herr hielt an,Littrow sah, ryas ihn zögern machte, und sprang dienstfertig überdas Wasser, legte hurtig noch einige Steine zurecht, und kam dannseinem Begleiter entgegen, ihm die Hand zur Stütze bietend, die. denn dieser auch annahm. Kaum aber war der Mentor am andernUfer wieder fest auf seinen Beinen, so begann er mit der guten Lehre:„Nun, liebes Kind, will ich dir etwas sagen, das du dir hübschmerken sollst: wenn du in Gesellschaft von älteren und angesehenenLeuten bist, so mußt du immer sein hinter ihnen drein gehen, undnicht, wie du eben gethan, vorauslaufen; das schickt sich nicht."

Nach Vollendung des CurseS in der Stadtschule bemächtigtensich religiöse Zweifel des jugendlichen Gemüthes, und fast durch dreiJahre raubte ihm eine tiefe Melancholie alle Freuden des Lebens.Zum Theile, um ihn durch einen völligen Wechsel der Verhältnissevon dieser Seelenkrankheit zu heilen, schickte ihn sein Vater 1794 andas Gymnasium zu Prag, wo er bald jene einseitige Richtung seinerIdeen verlor, und unter Anleitung des Philologen Voigt sich anhal-tend mit dem Studium der Classiker beschäftigte. Jeder Schulzwangwiderte ihn jedoch so an, daß er, obschon fleißig, wie keiner seinerMitschüler, das Collegium oft schwänzte. Der Professor der Poesie,der ihn kannte und auf daS Nachsichtigste behandelte, sah sich einmalgezwungen, als eben wieder eine solche Pause im Schulbesuche schongegen sechs Wochen gedauert hatte, Littrow durch einen von dessenKameraden in aller Güte erinnern zu lassen. Littrow ließ seinenLehrer bitten, nur noch einige Tage Geduld zu haben, und von derguten Verwendung seiner Zeit versichert zu seyn. Wirklich kam erauch bald darauf in die Schule und überreichte dem Lehrer einen