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I. I. v. Littrow'S Biographie.
ins nächste Gasthaus trete, das Wagenkästchen öffnen. Ich verstandnicht, was das sollte, und hätte beinahe darauf vergessen. Als aberder Kutscher mich mahnte, fand ich zwei Flaschen Rheinwein, eine mitStroh überzogene Bouteille Breolauer Doppelkümmel, zwei gebrateneEnten, eine Art Gugelhupf, und einen ganzen Laib des schönstenWeißbrotes. Mehr als die Hälfte von diesem Almosen brachte ichnoch nach Breslau, wo ich eS sogleich dem Bedienten übergab, denmir Graf Renard zugewiesen hatte, und der es mit seinem Weibeauf mein Wohlseyn verzehren wird. — So endigt meine PassionS-geschichte. Es gibt aber noch einige Incidenzpunkte, die ich morgenerzählen will, da ich jetzt schon schläfrig bin."
17. September.
„Als wir an der preußischen Grenze waren, kamen sogleich einPaar zerlumpte Kerle auf uns loS, die mit großen Stöcken bewaffnetwaren, an denen eine alte, verrostete Hellebarde steckte. Der einefiel den Pferden in die Zügel, der andere stellte sich mit seinem halbBramarbas-, halb Pavian-Gesichte vor uns hin und rief: Wer da?
— Unser „Gut Freund" war ihm lange nicht genug. „Ich weßnischt, was für en jut Fröund." — „Nun von Preußen." — „Kannwohl sen, kann och nich sen." — „Nun was will er denn wissen?"
— „Wir send de LandeSvesetatoren." — „Sehr wohl, aber was
wollt ihr von uns?" — „Jetsch iß alljemehne LandeSvesitation undwir send von unseren Gönig hergestellt." — „So steht, so lang ihrwollt, wir aber haben weiter zu fahren." — „Das kann nich sen,erst müssen wir de Fragen thon." — „Nun was habt ihr denn zufragen?" — „Je Herr je, ich weß das nich, bis man der Schulzekömmt." — So ging's fort und wir säßen vielleicht noch an derGrenze, wenn ich nicht endlich ein Viergroschenstück hervorgelangt hätte.„Nun so rehsen Se in JotteS Namen, s'iß alles jut." — Aber wir
waren kaum eine halbe Viertelstunde gefahren, als die Komödie von
vorn anging. Zwei Groschen thaten'S auch, und am Ende gab ichgar nichts mehr. — Die armen Schlucker dauerten mich, wie sie daneben ihre» verfallenen Hütten auf der Straße im dichten Regenstanden. Ich rieth ihnen, unter Dach zu treten. — „Je, det kannnich sen; ja wen» der JänSdarme «ich wäre, aber da setzt's glechHiebe." UebrigenS hat diese sogenannte allgemeine Landesvisttatio»jeden Herbst durch drei Tage und eben so viele Nächte statt, um dasherumziehende Gesinde! aufzufangen. Ob sie ihren Zweck erreichen,weiß ich nicht. Diese Kerle scherzten selbst darüber, wenn ich michüber sie lustig machte und sie mit einem Stück Geld erst in gute
Laune gebracht hatte. Sie gestanden schmunzelnd, daß auch sie nicht
wüßten, was sie da aus der Straße sollten, und als ich meinte, daßzu dieser Zeit wohl die Reisen im Lande besonders sicher seyn müß-ten, lachten sie und sagten, es könnte auch wohl anders seyn. Eswürden nur die ärmsten in jedem Dorfe genommen und da gäbe esviel schlechtes Pack darunter, das sonst wohl auf der Straße liegt,aber doch bei Nacht unter Dach kriecht. „Jtz aber müssen se och bei