Band 
Dritter Band.
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I. I. v. Llttrow's Biographie.

ich mir eine Copie davon machen. Auf jeden Fall sieht das Dingden bisherigen Bildern nicht ähnlich — aber damit ist noch nichtsentschieden. Wie jene Bilder aussehen, weiß ich, aber durchaus nicht,wie ich selbst." —

Der eine von den beiden oben erwähnten Vortrügen zog Littrowdrei Jahre später von Seiten des ausgezeichneten Meteorologen Kämtz,in der Vorrede zu dessen „Vorlesungen über Meteorologie," einenAusfall zu, der um so unbegreiflicher war, als Herr Kämtz in demnahen Halle auf mündlichem Wege. so wie auf schriftlichem in dembald nach der Versammlung erschienenen amtlichen Berichte der Ge-schäftsführer (S. 78) sich hätte zur Genüge überzeugen können, daßes Littrow nie beigefallen war, gegen die Meteorologie im allgemei-nen zu Felde zu ziehen. Er hatte im Gegentheile bei jeder Gelegen-heit sein Schärflein redlich dazu beigetragen, gründliche meteorologischeAnsichten zu verbreiten, und so auch in jenem Vortrage zu Jena imNamen Sir I. Herschel'S zu den regelmäßigen und umfassenden me-teorologischen Beobachtungen, welche seither bekanntlich so große Aus-dehnung fanden, aufgefordert, und nur im Gegensatze zu solchenwissenschaftlichen Arbeiten sich über das Heer von sinnlosen „Ba-rometerrcitern" lustig gemacht. Wie wenig Ursache aber insbesondereHr. Kämtz hatte, sich von diesem Scherze getroffen zu fühlen, gehtam deutlichsten daraus hervor, daß Littrow eben dessen Arbeiten imGebiete der Meteorologie einem größeren Publikum durch Aufsätzein verschiedenenen Jahrgängen deS „Kalenders für alle Stände" zu-gänglich zu machen und dadurch zweckmäßige Ordnung in die Beobach-tungen mancher Dilettanten zu bringen suchte, in welchen Bemühungener übrigens vor wie nach (s- Kalender f. alle Stände, 1840 u. 1842)fortfuhr, ohne sich in den Achtung für die trefflichen Leistungen jenesGelehrten durch solche übel angebrachte Unarten irgend beirren zulassen.

Schon einige Zeit vorher hatte Mädler in seiner, eine neueEpoche in der Kenntniß unseres Satelliten gründenden Selenographieeinen Mondfleck nach Littrow benannt, der darüber an seinen Vaterfolgendes schrieb: „Unter anderen habe ich Ihnen noch immer nichtgemeldet, daß ich eine Erbschaft gemacht habe, und ein Gutsbesitzergeworden bin. Man hat mir eine Herrschaft angewiesen von etwaacht deutschen Quadratmeilen, die zwar keine Steuern, aber — auchkeine Einkünfte hat. Sie liegt — im Monde, an der Westseite desMeeres der Heiterkeit; mitten zwischen Vitruv und Lemonnier, senk-recht unter Posivonius. Die ganze Besitzung, die fortan unseren Na-me» trägt, ist mitten unter alten ausgebrannten Vulkanen und wirddaher auch für meine dort lebenden Unterthanen wahrscheinlich wederangenehm noch einträglich seyn. Helfe ihnen Gott!" —

Nachdem Littrow im Jahr 1837 auch seinen jüngsten Sohn zurErziehung notgedrungen fremden Händen anvertraut hatte, hielt er esfür unnöthig, weiter einen eigenen Haushalt für sich zu führen, undbeschloß als einzelner Wittwer sich bei irgend einer Familie e.inzu-