I. I. v. Littrow's Biographie.
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er selbst für eines der besten Erzeugnisse seiner Feder hielt. Seinebald darauf erschienenen „Anfangsgrunde der gesammten Mathematik"schlössen sich an jenes Werkchen an, und sollten zu des Lesers weitererAusbildung im Fache dienen. Von seiner „Gnomonik" wurde imJahr 1838 die zweite Aussage mit mehreren für den practischen Zweckdieser Schrift sehr wichtigen Erweiterungen ausgegeben. Sein „Atlasdes gestirnten Himmels" hatte vor ähnlichen, bis dahin von anderenAstronomen veröffentlichten Sternkarten mehrere bedeutende Vorzüge,die seither häufige Nachahmung von sehr geachteten Schriftstellern ge-funden haben. Sein letztes größeres Werk: „Geschichte der induktivenWissenschaften nach dem Englischen deö Whewell," verdankt die Exi-stenz einem für Littrow charakteristischein Umstände. Littrow hatte vonWhewell's ,, /Vstronomp aiul gsnorsl kli^sios," einer der bekannten„LriüZon-atoi' Irestlses," die hier (in S. 322) abgedruckte Anzeigegeschrieben und dabei Anlaß genommen, über den Zweck dieser Schriftund die Art, wie derselbe darin verfolgt wird, seiner satyrischen Launeum so freiere» Laus zu lassen, als er nicht glaubte, daß diese Beur-theilung dem Autor, den er durchaus nicht verletzen wollte, je zuGesichte kommen könnte. Whewell aber gelangte zufällig zur Kenntnißdieser Recension, anerkannte jedoch in einem, von aller schriftstelle-rischen Empfindlichkeit freien Briefe den gerechten Tadel, und suchtenur eben durch äußere Verhältnisse, die ihn dazu gezwungen, die un-natürliche Tendenz jener Schrift zu entschuldigen. Zugleich überschickteer Littrow seine eben vollendete „Nistor^ ol inciuctio sciencss," umihm zu zeigen, daß hier, wo er sich frei nach eigener Ueberzeugungbewegen konnte, jene Richtung nicht weiter zu finden sey. Dieseunpartheiische Beurtheilung seiner selbst, und die vollkommene Freiheitvon gekränkter Eigenliebe, von der jene Erklärung zeugte, dabei der, gediegene Inhalt des übersendeten Werkes bewogen Littrow, nicht nureine lobende und umständliche Anzeige desselben (IU- S. 372) zuschreiben, sondern auch durch die deutsche Bearbeitung dem würdigenVerfasser ein ehrendes Denkmal zu setzen. So entstand obige Schrift,die einzige Uebersetzung, die Littrow je herausgegeben; durch eineMenge der trefflichsten Noten wurde der Werth des Originals bedeu-tend erhöht, das an sich schon ein fast unentbehrliches Handbuch desNaturforschers ist.
Die Verheirathung seines ältesten Sohnes im Sommer 1839erfreute Littrow um so mehr, als sich bald das freundlichste Verhält-niß zwischen ihm und seiner Schwiegertochter einstellte, und ihm diefrohe Aussicht gab, endlich wieder einem Familienkreise angehören zukönnen. Leider zwang eine Geschäftsreise nach Italien den Heraus-geber, sich auf mehrere Monate von Wien zu entfernen. Littrowmußte sich wieder mit der Gesellsckaft fremder Leute begnügen, suchtein rastloser Arbeit die traurigen Gefühle der Einsamkeit zu ersticken,und man vertröstete sich für die Vergnügen fröhlichen BeisammenseynSauf den kommenden Winter, bis wohin Sohn und Schwiegertochterwieder zu Hause seyn sollten. So schrieb Littrow den 20. August: