Band 
Dritter Band.
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623
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I. I. v. Littrow's Biographie.

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„Ich sehe die Sache so an. — Die größte Gefahr ist vorüber,und seitdem sind, einige kurze Jncidenzpunkte abgerechnet, viele guteZeichen der Besserung da. Man darf also hoffen und so sage ich,muß man auch hoffen."

„Wie aber siehst Du die Sache an? — „„Diese öfteren Ruck-fälle, schreibst Du, machen mich für die nächste, jedenfalls für einefernere Zukunft bangen und erfüllen mein Gemüth mit den düsterstenZweifeln."" Und was schreibt an demselben heutigen Tage die Mut-ter? ich will mir beide zugleich hier vor Gericht stellen: „„Nun ja,schreibt sie, gegen sonst ist es jetzt gut zu nennen. Aber wer bürgtmir für die Zukunft? wenn wir sie auch nach Wien bringen, wennsie selbst wieder ganz gesund wird, wer bürgt mir dafür, daß nichtdie Nachkommenschaft schon den Keim dieser Krankheit mit ins Lebenbringt." "

„Sieh einmal ruhig, wenn Du kannst, diese zwei Stellen an,und sage dann selbst, ob Ihr beide nicht ganz gottlose Leute seyd.Also nicht eher wollt Ihr Euch zufrieden geben, als bis Euch derliebe Gott einen Freibrief ausstellt, nicht bloß auf Eure eigene unddes lieben Weibchens Gesundheit für Ihr ganzes Leben, sondern auchauf die Eurer Kinder, Enkel und Urenkel bis ins zehnte Glied. Derarme liebe Gott ist doch ein geplagterer Mann als irgend eines sei-ner Geschöpfe. Ich meines Theiles hätte ein so ungenügsames. Ge-schlecht lieber gar nicht erschaffen. Nur Eins fehlt noch, um daSMaaß voll zu machen, daß Ihr nämlich von einem Certificate fürdie ganze lange Ewigkeit sprecht, aber das wird wohl, wenn michnicht alles täuscht, in dem nächsten Briefe geschehen. — Ich weißzwar, daß Ihr im Unmuth, daß Ihr mit gepreßtem Herzen schreibt;aber auch der Schmerz, der höchste selbst hat in seinem Ausdruck eineGrenze, die er nicht überschreiten soll. „Gcscheidt ist schön," in allenDingen, und dies Zeug grenzt an Vermeffenheit gegen den, vor demwir alle nur Staub sind. Er hat unsere und unserer Freunde Tagegezählt, und uns allen Weh und Freude zugewogen nach seinem Wil-len, und uns geziemt eS, uns zu unterwerfen."

„Mein lieber Sohn, weil Dir das Wasser einmal näher an dieKehle kam (schon nicht mehr kömmt), bist Du scheu geworden, ver-lierst Du gleich den Anker, weisest selbst die Hoffnung von Dir fort.Lieber, vergiß nicht, ich und Du, der Millionen anderer viel Unglück-licherer zu geschweige», ich und Du waren beide schon viel tiefer in,schon beinahe unter dem Wasser, und sieh, noch stehe ich da, festund Gott vertrauend. Bis in mein siebentes Jahr war mein Lebennur eine einzige Todeokrankheit: fünfmal zündeten meine Eltern, soerzählten sie mir, die geweihte TodcSkerze an, wie eö bei uns Sitteist, weil der Augenblick des ScheidenS kommen sollte, — und er kamnicht; ich lebe noch, und bin gesund und kräftig nach beinahe sechzigJahren seit jener trübe« Zeit. — Und Du selbst, — wie tief stecktestDu schon. Noch eh' daö erste Jahr Deines Lebens herum war, sielstDu in eine schwere Krankheit. Alle Aerzte Kasan'ö wußten weder

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