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2. 2. v. Sittrow'L Biographie.
eigentliche Abneigung gegen diese Person und ihres Gleichen. ES standnun fest bei ihm, eine solche „gemeine" Köchin könne nimmermehrseine einzige häusliche Gesellschaft seyn. Nach langem Suchen glaubteer einmal die rechte Person endlich gefunden zu haben. „Ich habe,"sagt er in einem seiner Briefe, „beschlossen, die N., von der ich dirschrieb, als Haushälterin zu mir zu nehmen. Sie ist, wie ich michzu überzeugen Gelegenheit hatte, ein Mädchen von recht gutem Her-zen und von vielem Gemüthe; ich könnte Dir, wenn eS nicht zu um-ständlich wäre, einige Züge von ihr erzählen, die sie Dir in einemsehr vortheilhasten Lichte erscheinen lassen würden." Allein da walteteabermals der Unstern über den sonst so urtheilvollen Mann, der ihnin Bezug auf Frauen immer verfolgte. Mißtrauisch gegen sich selbst,wie er nachgerade in solchen Angelegenheiten geworden, verschob ereine entscheidende Maßregel, bis einer seiner Söhne die Person ge-sehen hätte, und lud zu diesem Zwecke beide eines TageS zu Mittag.Als das Mädchen nach Tische sich empfohlen hatte, fragte Littrow mitgespannter Erwartung nach deS Sohneö Meinung; dieser fand manchesLobcnSwerthe zu erwähnen, nur, meinte er, möchte sein Vater mitder Person niemals ausgehen, und als dieser um den Grund davonin ihn drang, erklärte jener rund heraus, daß am Ende in seinemHause jeder thun könne, waS ihm beliebe, darüber jenes Mädchenvon einer Sorte sey, mit welcher man an öffentlichen Orten sich nuneinmal durchaus nicht blicken lassen dürfe. Littrow war ganz entrüstetüber solchen „jugendlichen Vorwitz," behauptete, so waS ließe sichohne genaue Kenntniß der Verhältnisse durchaus nicht von der Naseweglesen, sonst müßte er eS auch können, und er würde sich an solchoffenbar ungerechtes Urtheil nicht kehren. In der That besuchte Littrowdaö Frauenzimmer schon den nächsten Tag, um über ihre Umsiedelungin sein Haus definitive Abrede zu nehmen; er fand fie aber glück-licherweise in großer Verlegenheit und wurde endlich ersucht, fie zuverlassen, da sie eben einen Freund erwarte. Dieses Betragen fielnun endlich auch ihm auf, er forschte nach und erfuhr, daß dies seiteinem Jahre schon der dritte Freund sey, der für das Mädchen denZins bezahle. Littrow zog sich nun natürlich gleich zurück; der ganzeVorfall war aber eine der Hauptursachen, die ihn zu der oben er-wähnten Aeußerung veranlaßten, seine Söhne seyen in solchen Dingenschon viel gescheidter als er auf die Welt gekommen. —
Seine Redlichkeit und uneigennützige Gemüthsart machte ihn zuallem, waS einem Handelsgeschäfte nur von weitem ähnlich war, ganzunfähig, ja sein Zartgefühl ging in dieser Beziehung so weit, daß erüber dergleichen Verhandlungen, selbst wenn dieselben Lebensfragen fürihn betrafen, stillschweigend hinwegzugehen suchte und sich lieber derGroßmuth, oft auch der anerkannten Knauserei eines Geschäftsmanneshingab, ehe er sich entschloß, über solchen Gegenstand in nähere Er-örterung einzugehen. Eine Person, welche die täglichen Berührungendes materielle» Lebens auf sich nahm, war für ihn um so unent-behrlicher, als die ewigen Betrügereien, denen er sich ausgesetzt sah,