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ist es möglich, aus den zahllosen Formen auch bei den besten Beschreibungen, die noch iiberdiessnur in den allerseltensten Fällen an die Stelle kurzer und oft nichts sagender und bestimmendersogenannter Diagnosen treten, das Gleiche oder auch nur Verwandte herauszufinden und zusammen-zustellen! Man pflegt sich desshalb aus dieser Verlegenheit zu helfen, indem man jeden neuenFund, jede neue Gestalt mit einem neuen Namen belegt, und oft unwillkührlich durch das Systemverführt, das Zusammengehörige trennt, das Getrennte zusammenwirft, wie man das gerade fürseinen Zweck, für die Unterstützung und Durchführung seiner Ansicht und seines Glaubensnöthig hat.

Ich habe mich in dem Verlaufe dieses Werkes p. 256 und später an mehreren Orten überdas oben Berührte weitläufiger ausgesprochen. Was ich indessen überhaupt mit meinen Beschrei-bungen zu erreichen beabsichtigte, war: den sachkundigen Leser in den Stand zu setzen, allen-falls auch ohne Beihilfe der Zeichnung, dasselbe Petrefact, welches von dem beschriebenen oderauch von andern Orten in seine Hände gelangt, mit Sicherheit wieder zu erkennen. Wie weitmir dieses gelungen, muss ich zur Entscheidung Andern überlassen, und wenn ich auch nur hieund da meinem Ziele näher gerückt hin, will ich gerne zufrieden sein; denn wir sind bereits aneinem Standpunkt angelangt, auf welchem nach meiner innigsten Ueberzeugung die meisten Dia-gnosen neu aufgefundener Petrefacte ohne die genaueste Zeichnung und Beschreibung vollkommennutzlos sind und nur dazu dienen, das Chaos, in welches die Paläontologie immer mehr undmehr zu gerathen anfängt, noch immer unlösbarer zu machen. Schon gegenwärtig ist der unent-behrlichste Apparat des Paläontologen in hunderten der kostspieligsten Werke zerstreut, so dassdie reichsten Bibliotheken seinen Anforderungen kaum mehr Genüge leisten können, und das Ma-terial häuft sich dazu noch iiberdiess mit jedem Augenblicke mehr und mehr an, so dass es inkurzer Zeit auch der gewaltigste Geist bei dem besten Willen nicht mehr zu beherrschen imStande sein wird. Dazu befindet sich gegenwärtig die ganze Geognosie und Geologie in einemStadium, gleich dem, in welchem wir die Botanik vor Linnis finden, und es wartet die Geologie,w r ie einige andere, ihr verwandte, obgleich mehr consolidirte wissenschaftliche Doctrinen einesneuen Linke, dem ein Bernaed und Laurent de Jussieu, ein Augustin Decandolle ohne allenZweifel folgen werden.

Die Paläontologie steht gegenwärtig, wie diess auch nicht anders sein kann, noch viel zuisolirt und viel zu alleinherrschend da, um tiefer und lebendiger in die innere Organisation dersich immer mehr entwickelnden Geologie einzugreifen.

Die nähere Beziehung der organischen Ueberreste zur Matrix, in der sie verschlossenwaren, wurde viel zu wenig berücksichtigt, das eigentliche Studium des lebendigen Gesteins undsein relatives naturhistorisches Verhältniss zu dem Uebrigen viel zu wenig beachtet, um beideDoctrinen recht lebendig in einander greifend zu machen.

Die ersten Tage, in welchen die Geologie sich ins eigentliche Gebiet der Wissenschaft zuwagen anfing, betrachteten die Gesteine als eine todte Masse, blos den Gesetzen der Schweregehorchend. Sonne und Erde waren im Flusse sich befindende Schlackentropfen, aus dem grossenFeuerofen der Natur entwischt. Auf dem noch flüssigen Schlackentropfen,Sonne genannt,erscheinen bereits erstarrte Schlackenstückchen als Sonnenflecken. Der ScldackenfropfenErdegenannt, war bereits mit einer erstarrten Schlackenkruste bedeckt, welche die Wasser an einer Stelleoberflächlich aufgeschlämmt, an anderen wieder abgelagert haben. Erst den letzten Tagen war es Vor-behalten, die todtgeglaubte Masse der Gesteine in ihrem Inneren mit dem Apparate der Wissenschaftund des vergleichenden Experiments in Hinsicht auf ihre Genesis und Entwicklung zu beleuchten.