„Tafeln, mehrentheils nach der Natur, ober wo dieses in Indischen Gewächsen nicht möglich„gewesen nach den besten Originalie» vorgestellt werden. Diese Kennzeichen können in allen„andern Kräuterordnungen dienen, und wenn etwa die Linneischen Geschlechter unbeständig„oder nicht genug bestimmt seyn sollten, so wird ein jeder Kenner die hier nicht nach der„Hypothese, sondern nach der unwandelbaren Natur abgezeichneten Blumen und Früchte zu„brauchen wissen. Hin und wieder hat doch Hr. Geßner die allzu unnatürlichen Trennungen ge-,,hoben, und z. E. die verschiedenen Geschlechter zusammengesetzt, in welche L. den Hünerdarm„zerschneidet. Wir sehen also der wörtlichen Erklärung mit Verlangen entgegen, und er-freuen uns, daß bei einer von Jugend aus zarten Gesundheit der Herr„Chorherr ein so wichtiges Werk dennoch zu Ende gebracht bat." Aber ineinem Briefe von Geßner, den er am 31. Dezember 1768 an Andrea schrieb, wird die Her-ausgabe mit folgenden Worten aufgeschoben: „Ich gedachte zwar mit diesem Znre meine,,'l'tilmlivi pbz lograpllioas dem Drucke zu übergeben, wie beigebogener Lonnpavlax «paiis zeiget;„ich bin aber so wenig meiner Zeit Meister, sondern werde immer von Geschäften, wie in„einem Strome, hingerissen, daß ich mir nicht getraue, eine Zeit zu bestimmen; und die ge-zeigten Vorurtheile, die ich in ihren Briefen, in des erlauchten Herrn von Münchhansen„Hausvater, und dem Allsten Stück der Gött. Zeit. davon gelesen, machen mich noch mehr„schüchtern, damit zu erscheinen." Und in der That behielt Geßner sein Werk noch immerzurück, obschon er von da an noch mehr als 21 Jahre zu leben hatte. Zwar gab sein wür-diger Schüler und Neffe Salomon Schinz^) einen kleinen Theil desselben unter dem Titel:„Erster Grundriß der Kräuterwissenschaft aus den charakteristischen Pflanzentabellen desHrn. Dr. Joh. Geßner gezeichnet. Deutsch und Lateinisch. Mit 2 illum. Tafeln. Zürich 1775. >.>!."«>,
bei seinen Lebzeiten heraus; aber das ganze Werk erschien, obschon 1778 Füßli an Wytten-bach schrieb:?») „Wissen Sie schon, daß man Hoffnung hat, Geßner's großes botanisches
68; Geßner verlor, ehe ein Jahr seit dem Tode seines Bruders Christoph ss. Note 7) verflossenwar, in Zeit von 10 Tage» auch beide Eltern in Folge bösartiger Fieber: »summ» o„m noslro»luclu et mourorv«, schrieb er an Halter, »aui iNarvntos pios, liilola«, uvslri amantissimoa ot,,st»(lio»i88ii»o» »misimu «. Daus l)pt. Uax. sil nobia parontnm lvoo, ot »d deut,am oum llis»vitam iwa lleiio praoparvt.« Selbst kinderlos, sorgte er nun für die Erziehung der Kinder desBruders, und freute sich väterlich, als sich später die ältere Tochter mir dem unter seiner Leitungzum tüchtigen Naturforscher und Arzte gewordenen Salomon Schinz (1754 geb.) verband. Wie vä-terlich er auch später für Letzter» sorgte, wird die Folge zeigen. S- über Schinz das 24ste Neujabrs-blalt der Ges. auf der Ehorherrenstube.
«9) Gött. Anz. 1775, S. 1016 .
70) S. Note 55. - Es mag Hiebei bemerkt werden, daß das Archiv der Schweiz . Naturforsch.Gesellsch., welches überhaupt schon viele werthvoUe Autographen besitzt, auch die ganze naturwiffen-