— 159
Vergleich zu frühern Jahren wesentlich abgenommen hat, so ist es hingegen leicht nachzuweisen, daßSchutzzölle gegen diese Abnahme der Linnenindustrie nicht geschützt hätten, zumal weder das Pro-hibitivsystcm in Oesterreich noch die Schutzzölle im deutschen Zollverein die Linnenindustrie dieserbeiden Staaten auf derjenigen Höhe zu erhalten vermochten, welche sie früher erreicht hatte.
In Oesterreich ') betrug die Einfuhr von Flachs vom Jahr 1800—1805 an 14 MillionenPfund, die Ausfuhr beinahe 4 Millionen Pfund, so daß für die Verarbeitung, neben der beträcht-lichen inländischen Produktion an Flachs, 100,000 Zentner im Land verblieben.
In den wettern 6 Jahren von 1806—1811 wurden ebenfalls etwas über 14 Millionen PfundFlachs eingeführt, welche Zufuhren bis zum Jahr 1820 sich nicht sehr vermehrt haben.
Vom Jahr 1820—1825 hat die Einfuhr an rohem Flachs zusammengenommen nicht 5 Mil-lionen Pfund betragen; Beweis genug wie sehr die Linnenindustrie vernachlässigt wurde, indemder Bedarf 20 Jahre früher dreifach stärker war.
Mit dem Jahr 1827 hat sich der Import wieder vermehrt.
In den Jahren 1829—1834 wurde roher Flachs eingeführt Ztr. 140,691 — ausgeführt Ztr. 141,584„ „ „ 1835-1840 „ „ „ „ Ztr. 164,069 - „ Ztr. 146,214
In der sechsjährigen Periode von 1829 bis 1834 war die Ausfuhr daher um 893 Ztr., da-gegen in der Periode von 1835—1840 die Einfuhr an Flachs um 17,855 Ztr. größer.
Angenommen, daß der Anbau des Flachses in Oesterreich wirklich so zugenommen habe, umden auswärtigen Bedarf zu entbehren, so ist ein Fortschreiten dieses Industriezweigs daraus nichtnachzuweisen, daß die durchschnittliche Ausfuhr an Linnenwaaren allein in den sechs Jahren von1800—1805 größer war, als jene der Linnen- und Hanfwaaren zusammengenommen in denJahren 1831 bis 1840.
Nach dem Durchschnitt der letztgenannten zehnjährigen Periode hat die jährliche Ausfuhr anLinnen- und Hanfwaaren 54,400 Ztr., dagegen in der sechsjährigen Periode von 1800—1805 dieAusfuhr von Linnenwaaren 74,700 Ztr., sonach alle Jahre um 20,000 Ztr. mehr betragen.
Obschon die Einfuhrverbote auf Linnenwaaren fortbestehen, hat dieser Industriezweig inOesterreich deßungeachtet bedeutende Rückschritte gemacht, welche selbst durch die rasche Entwicklungder Baumwollindustrie nicht ausgeglichen werden.
Der Verkehr mit Hanf betrug:
In den Jahren 1800—1805 in der Einfuhr Ztr. 54,042 — in der Ausfuhr Ztr. 21,018.
Daher eine größere Einfuhr von Ztr. 33,024 — oder im Durchschnitt von 5,504 Ztr.
In den Jahren 1831—1835 betrug die Einfuhr Ztr. 368,527 und die Ausfuhr 87,057 Ztr.
„ „ „ 1836-1840 „ „ „ Ztr. 482,502 „ „ „ 90,633 Ztr.
Die Einfuhr in der ersten fünfjährigen Periode war sonach um 281,470 Ztr. und in derzweiten um 391,869 Ztr. größer als die Ausfuhr.
0 Siehe Becher, Beiträge, S. 305.