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Die Schweiz bringt nämlich nicht genug Eisen hervor um dem innern Bedürfniß zu genügen;ein Schutzzoll für diese Industrie hieße daher zu Gunsten einiger Minen- und Hüttenwerkbesitzerdie Nation belästigen und den Betrieb verschiedener anderer Industrien, welche wohlfeiles Eisenbedürfen, künstlich unterdrücken.
Diese Vergleichungen des Schicksals der Baumwoll-, Seiden-, Linnen- und Wollenindustnein Oesterreich und in der Schweiz mögen genügen. Gegenüber dem Beispiel der Wollenindustne, diebei dem Prohibitivsystem besser zu gedeihen schien, will ich jedoch schließlich einer andern Industrieerwähnen, die in der Schweiz beim Freihandelssystem sich vortrefflich entwickelt hat, während sie inOesterreich unter dem Prohibitivspstem gar nicht gedieh; es ist dieß die Uhrenmacherei, die nachUmfang und Werth ihrer Produktion und des dadurch möglichen Ausfuhrhandels eine immer höhereStelle im schweizerischen Ausfuhrhandel einnimmt
Ohne für einmal in weitere Erörterungen über die Vortheile und Nachtheile des Freihandelsund des Schutzzollsystems im Allgemeinen einzutreten, erlaube ich mir diejenige Antwort hier wört-lich aufzunehmen, welche Sir Robert Peel an den berühmten Staatsökonomen Dr. List gerichtet hat,als dieser trachtete eine Verständigung zwischen England und Deutschland auf der Basis des Schutz-zollsystems einzuleiten.
Diese Antwort lautet wie folgt:
»Sir! Ich bekenne mich zu dem Empfang des Briefs, welchen Sie an mich gerichtet haben, so»wie des Memorandums, welches ihn begleitete. Ich danke Ihnen für diese Mittheilung, der ich eine„aufmerksame Prüfung gewidmet habe. Die Gefühle, welche das Memorandum in Beziehung auf
„Politik und auf den gegenseitigen Vortheil einer innigen Verbindung zwischen diesem Lande und
„Deutschland ausdrückt, haben meine herzliche Zustimmung, die ebenso vollständig, als es die Ver-schiedenheit meiner Anficht von der Ihrigen über die Art unv Weise ist, auf welcher diese innige Ver-bindung am wirksamsten herbeizuführen sein möchte. Sie sind der Ansicht, England müßte mit Freuden«dazu einwilligen, daß in Deutschland auf die Einfuhr von Erzeugnissen englischer Industrie hohe
Die Ausfuhr von Tuchwaaren hat sich nach Maßgabe der Kontrolle der Nachbarstaaten im Jahr 1840
folgendermaßen gestaltet:
Tuchwaaren wurden ausgeführt:
->) durch Oesterreich (1815) . Ztr. 3,037 im offiziellen Werth von . franz. Frkn. 1,974,050
l>) nach dem deutschen Zollverein „ 302 im angenommenen Werth von ,, „ 392,300
c) nach Frankreich . ,, 32 im offiziellen Werth von . ,, ,, 49,409
3) nach Oesterreich ... „ 5 „ „ „ „ > ,, ,, 1,4l4
Summa: Ztr. 3,376 im Werth von . . . stanz. Frkn. 2,417,173
Die Mehreinfuhr hatte demnach betragen : Ztr. 23,418 im Werth von stanz. Frkn. 31,318,658.
Der Durchschnitt der Einfuhr an Tuchwaaren während den letzten 7 Jahren 1840—1846 betrug Ztr. 24,773;wird der Zentner nur zu 300 fl. C.-M. oder 780 stanz. Frkn. berechnet, so mußten dafür franz. Frkn. 19,322,940an das Ausland bezahlt werden; die Ausfuhr an Tüchern betrug aber wohl kaum über 3 Millionen stanz. Frkn.;somit hätte die Schweiz jährlich für ihr Bedürfniß an Tuchwaaren stanz. Frkn. 16,322,940 an das Ausland zubezahlen!!!
I Die Ausfuhr an Uhrmacherei- und Bijouteriewaaren ist oben Seite 126 absichtlich sehr niedrig angegeben worden.
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