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Darstellung der Handelsverhältnisse zwischen der Schweiz und Oesterreich in den Jahren 1840 und 1845 / bearbeitet von Dr. A. v. Gonzenbach
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»Zölle beibehalten werden, weil dadurch Deutschlands Vortheil erzielt, in Deutschland Wohlwollen gegen»England hervorgerufen und die Bildung freundschaftlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern be-fördert werde. Ich im Gegentheil bin der Ansicht, daß Deutschland Vortheil davon hat, wenn es dieProdukte englischer Industrie im Austausch gegen seine eigenen einläßt, daß das Wohlwollen, welches»die Verweigerung solcher Zulassung erwerben soll, nicht das Wohlwollen des deutschen Volks, sondern»eines verhältnißmäßig sehr kleinen Theils jenes Volks sein würde, eines Theils, welcher entweder bei»solchen Manufakturen, wobei englische Konkurrenz eintreten könnte, interessirt wäre, oder welcher, was»die Grundsätze betrifft, nach denen sich die Handelsbeziehungen zwischen zwei großen Ländern regeln»muffen, sich unter irreleitenden Einflüssen befände! Ich bin ferner der Ansicht, daß eine gegenseitige»Freundschaft und eine innige Verbindung zwischen Großbritannien und Deutschland am besten dadurch»herbeigeführt werden würde, daß die Einschränkungen unsers Handelsaustausches aufgehoben und die»gegenwärtigen Schutzzölle vermindert, nicht aber erhöht oder beibehalten würden. Sie bemerken, daß»gegenwärtig die öffentliche Meinung in Deutschland entschieden und kräftig zu Gunsten von Schutz-zöllen sei, daß es im Hinblick auf den Gegenstand Ihres Memorandums gleichgültig erscheine, ob diese»Meinung richtig sei oder nicht, und daß es lediglich darauf ankomme, ob sie eristire oder nicht? Es»muß, mit aller schuldigen Rücksicht auf Ihre Autorität, erlaubt sein an der Wahrheit Ihrer Angabe»zu zweifeln, daß die öffentliche Meinung in Deutschland entschieden zu Gunsten von Schutzzöllen sei;»aber wenn sie es ist, so weiche ich gänzlich von Ihrer Meinung ab, daß es gleichgültig erscheine, ob»solche Ansichten richtig seien oder nicht. Wenn sie herrschen und wenn sie unrichtig sind, so müssen»sie von denen bekämpft werden, welche als Staatsmänner die öffentlichenBerathungeni n Deutschland»leiten, und ebenso von denen, welche als Schriftsteller über politische Oekonomie und Handelspolitik»die öffentliche Meinung aufzuklären und die Ansichten ihrer Mitbürger zu bilden verstehen. Ich glaube,»daß solche Ansichten entschieden irrig sind, nachtheilig für Deutschland, nachtheilig für England, und»jene innige Verbindung verhindern, welche ich so gern zwischen zwei mächtigen Nationen hergestellt»sähe, deren politische Interessen fast identisch sind, und ich fühle mich deshalb verpflichtet Sie frei-müthig davon in Kenntniß zu setzen, daß ich, was zu empfehlen der Zweck Ihres Memorandums ist,»die Zustimmung zu solchen Ansichten von Seite der herrschenden Gewalten dieses Landes nicht erklären»kann. Ich habe die Ehre zu sein n. s. w. (Gez.) Robert Peel."

Es ist nichts begreiflicher, als daß es auf den ersten Blick, ich möchte sagen, das National-gefühl verletzt, wenn wahrgenommen wird, daß die Schweiz allen europäischen Staaten einen freienMarkt darbietet, während ihre Produkte in jenen Staaten gar nicht oder nur gegen hohe Zölleeingelassen werden, ja man darf sich nicht wundern, wenn den Vertheidigern des schweizerischenFreihandelssystems (wie dieß kürzlich in einer Broschüre des Hrn. Ingenieur Sulzberger geschehenist) erwiedert wird, die Handelsfreiheit der Schweiz gleiche der Freiheit,welche eingepferchte Schafegenießen."