Band 
Zweiter Theil.
Seite
23
JPEG-Download
 

23

z. j. Statistische Nachrickte» über Banniwoltspimicrcl.

gleich mit denen der übrigen, tonangebenden Minder durchschnittlich diekleinsten sind und das, sie, was sich als Wirkung zu dieser Ursache ver-hält, relativ am meisten Arbeiter beschäftigen Es muß daraus die Fol-gerung gezogen werden, daß die Spinnerei im Zollverein selbst der Qua-lität nach, nicht zu dem Grade der Vollkommenbeit gcdicbcn ist, als beiden Völkern, mit welchen er zu konkurriern bad

(5s ist überhaupt die Entwickelung der Spinnerei in unserm Paterlande eine unstäte und vielen Wcchselfällen unterworfene gewesen. Durchdie Napolconische Kontinentalsperre mächtig angeregt und durch dieEntstehung des Zollvereins zu größerer Tbängkcit gespornt, konnte siedennoch diejenige Ausdehnung nicht gewinnen, wie sie der Freund dervaterländischen Industrie gewünscht und gehofft batte, so daß heute nochder Zollverein sich in der Lage befindet, A seines Bedarfs an Baumwollcn-garn von dem Auslande beheben zu müssen

Man hat sich diese so scbr mit den Porgängcn in andern Ländernkontrastirende Erscheinung aus verschiedenen Ursache» zu erklären gesucht.Da indessen auch hier nur richtige Begriffe über das Lachverhällniß deinUebel abzuhelfen geeignet sind, so kann nicht umgangen werden, die indieser Behebung gemachten Angaben einer Prüfung zu unterwerfen.

Sie sind ungefähr die folgenden:

1. Das Maschinen-Ausfuhr-Verbot Englands.

Dieses ist längst aufgeboben und jede Erfindung und Ver-besserung steht zur beliebigen Benutzung offen.

2. Die Entfernung von dem Livcrpooler Baumwollmarkt.

Sie ist durch die vervielfältigte», ungcmein beschleunigtenReiscgelcgcnhcitcn auf ein unwesentliches vermindert, und baldwird der unterseeische elektrische Telegraph stündliche Nachrichtennnd Weisungen von und nach Liverpool vermitteln.

3. Die Nothwendigkeit, sich wegen Eisgang oder Zufricrcns derFlüsse auf lange Zeit voraus mit Baumwolle zu versehen.

Diese Nothwendigkeit kann nicht mehr in dem Grade alsvorbanden betrachtet werden. Unsere Eisenbahnen babcn bereitsdie See erreicht nnd werden, sich immer mcbr vervollständigend,wenigstens für den Winter die auf den Flüssen unterbrocheneKommunikation aufrecht erhalten können.

4. Der Mangel an Steinkohlen.

In Sachsen , Schlesien, wie an der Ruhr und Jndc ist davongroßer Reichthum und die pfälzische Bahn wird dem SüdenDeutschlands die reichen Lager der Saargegendcn bald in nochgrößerem Maße und zu billigerem Preise zuführen, als es bisjetzt gescheiten ist. Dagegen haben wir eine große Fülle von Was-serkräften, welche die Koblen mit Vortheil ersetzen, wie ja dasBeispiel der Schweiz , die ausschließlich auf Wasserkraft angewiesenist, hinlänglich darthut.