Band 
Zweiter Theil.
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Pelz- und Rauchwaaren und Kürschner-Arbeiten. §. 64. Z07

der, Iltis, Füchse, Katzen, Dachse link dergleichen Produkte mehr. DerRusse endlich Zobel -, Vch-, (Grauwerk) Hasen- und Wolssfclle und dieschwarzen Lammfelle Astrachan's und der Ukraine .

Das darauf zu Leipzig zwischen den Engländern, Franzosen, Deut-schen , Russen u. s. w. stattfindende Geschäft ist das dcö Tausches der ver-schiedenen eingebrachten Artikel. Der Engländer erwirbt gegen dasKanadische Produkt das anderer Länder, besonders Zobel , Steinmarderund Iltis, Katzen und Kaninchen. Er färbt die einen und andern, rich-tet sie zu und übergicbt sie dann dem Englischen Konsum, oder versendetsie nach Amerika oder nach China , nach welchem letzteren Lande beispiels-weise so ziemlich alle Fischotter gesandt werden. Die Franzosen undTeutschen übernehmen die Kanadischen und Russischen Erzeugnisse, wäh-rend die Russen und Griechen dagegen hauptsächlich deren Füchse an sichbringen und ihrer Hcimatb zuführen. Der Deutsche ist außerdem abernoch Käufer der von den Russe» und andern zur Leipziger Messe gebrach-ten Hasenfelle. Er verbringt diese zum größten Theile nach den Rhein -und Maingegenden (Frankfurt ), läßt daselbst ihre Haare abschneiden, sor-tirt sie und versendet hieraus den großem Theil davon nach Nordamerika ,wo sie zur Hutfabrikation verwendet werden. Was nun endlich nochden dunkelbraunen Zobel Sibiriens betrifft, welchen Russische Handels-leute, wie bereits angedeutet, zur Leipziger Messe bringen, so haben wirbezüglich derselben noch anzuführen, daß sämmtliche in Sibirien gefangeneThiere Eigenthum der Kaiserlich Russischen Krone sind, daß diese alleinden Handel mit Zobclpelzcn betreibt, und daß nur ein kleiner Theil vonihnen aus Rußland geht, während der bei weitem größere in diesem Landeselbst Verwendung findet. Gewißheit ist zwar darüber nicht zu erlangen,wir glauben aber der Wahrheit ziemlich nahe zu kommen, wenn wir dieZahl der alljährlich in Sibirien gefangenen Zobels mit 20 bis 25000Stück angeben, wovon höchstens 3 bis 4000 ins Ausland gehen. Daßjedoch Engländer und Franzosen den Mangel dieser kostbarsten und selten-sten aller Pelze durch Zurichtung anderer Sorten vortrefflich zu ersetzenverstehen und ihn dadurch unfühlbar machen, haben wir schon vorstehendangedeutet.

Nachdem wir den Pelzhandel im Allgemeinen besprochen haben,gehen wir zum eigentlichen Kürschnergeschäst über, und führen an, daßdie von dem Kürschner erworbenen rohen Pelzwaaren von demselben ge-gerbt, zubereitet, apprctirt und darauf folgend zu Muffen, Kragen, Män-teln, Kardinals, Viktorines, Kamails, Boas u. s. w. verarbeitet werden,wie wir dieselben in so großer Mannigfaltigkeit auf der Ausstellung aus-gelegt finden. Nach uns darüber zugekommenen Mittheilungen verfolgtbeinahe jeder Kürschner bei Zubereitung der Pelze ein von dem andernabweichendes Verfahren. In Alaun-Auflösung sollen nur ganz ordinärePelzsorten, wie Lammfelle und dergleichen gegerbt werden. Den feinern

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