Band 
Zweiter Theil.
Seite
319
JPEG-Download
 

Pelz- und Rauchwaaren und Kürschner-Arbeiten. H. 64. Zig

Endlich von P. Dümmich aus Mainz ein Rock aus Seehundssell undsonstige Pelzwaaren.

Von Belgiens Ausstellern haben wir zu nennen: F. Weinknechtin Brüssel ; dessen Erpositionsstücke bestanden in zwei großen Teppichen,wahrscheinlich für Tischdecken bestimmt. Es waren dieselben aus Fuchs-und andern Pelzen angefertigt und in der Art komponirt worden, daßletztere den Grund der Teppiche bildeten, während die Fuchspelze, in einemKreise neben einander liegend, mit den Köpfen sich berührten.

E. Warming's, in Kopenhagen , Ausstellungsstücke bestanden ineinem mit Pelz überzogenen Fußschemel und einem mit vielem Beifall auf-genommenen Pelzteppiche.

Rußlands sechs Aussteller im Fache der Pelz- und Kürschnerwaa-ren lieferten Felle vom Dammhirsch, Leopard , Tiger und Pelikan, von derwilden Ziege, dem Bcrgschafe, dem Marder und der Antilope, sowieaußerdem noch eine große Anzahl schwarzer Lammfelle aus Astrachan undder Ukraine .

Als allen diesen Ausstellungsstücken und wohl auch denen sämmt-licher Aussteller an Pracht und Kostbarkeit voranstellend haben wir aberzu bezeichnen die Pelze, Krägen u. s. w., welche das Kaiserlich Russi-sche Kabinet zu St. Petersburg selbst in den Glaspallast geliefert hat.Das Kostbarste und das unter diesen Stücken am meisten Geschätzte be-stand unzweifelhaft in einer ungefähr vier Fuß breiten Kamaille aus dun-kelbraunem Sibirischen Zobel mit Futter vom Rücken (Neck) dcS Sil-berfuchses.

Die vorstehend namhaft gemachten und näher besprochenen Aus-stellungsstücke sind diejenigen, welche wir nach sorgfältiger Prüfung alsdie Vorzüglichern und Werthvollern erkannt haben, und da auch dergrößere Theil der betreffenden Aussteller, und darunter auch mehrereLandsleute, durch die Preismedaille ausgezeichnet wurden, so dient diesesals Beweis der Uebereinstimmung unserer Ansichten mit denen der Jury.

') Es erschien zum Behufe der Berichterstattung zweckmäßiger hier von denUe»ck ckur^-s abzugehen und die rohen Pelze u. s. w. (eigentlich zu Klaffe IV. ge-hörig) zugleich mit den zubereiteten abzuhandeln.

2 ) Es eristirt eine vortreffliche Abhandlung über den Zobel und seine Sorte»von Pallas in den 8xicilezüs roolozicis.

^) Dieser detaillirten Aufzählung der ausgestellten Pelze liegt hauptsächlich derJllustr. Katalog, III. S. 529 u. ff., zum Grunde; bei den hinzugefügten Erläute-rungen haben wir uns der Hülfe des Herrn Geheimenraths und Professors Lichten-stein zu erfreuen gehabt.

*) Auch der Zobel wird gefärbt und damit viel Betrug getrieben; vergl. dieerwähnte Abhandlung von Pallas in den 8piei>egiis roolozicis.