Haar-Arbeiten. H. 65.
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Das Geschäft des Letztem, welches uns schon längere Zeit näher bekanntist,'versteht es vollkommen, alle Ansprüche an sorgfältige, dauerhafte Ar-beit und an schöne Dessins zu befriedigen.
Ganz beträchtlich war die Ausstellung in Haarteppichen und der-gleichen Decken. Die Fabrikation, namentlich der Kuhhaarteppiche, wirdin Holland in sehr großer Ausdehnung betrieben, und konsumiren die da-sigcn Fabrikanten den größeren Theil aller jener Ziegen - und Kuhhaare(welche stets zusammen verarbeitet werden), welche aus den Deutschen ,Russischen, Schwedischen und den Gerbereien mehrerer anderer Länderhervorgehen. Wohlseilcs Rohmaterial, verbunden mit niederm Arbeits-lohn, geben den Erzeugern dieser Teppiche die Möglichkeit, ihnen auch inden Häusern der weniger bemittelten Bürgcrklassen Eingang zu verschaf-fen, wäbrend sie bei den Reichern als Flurteppiche ebenfalls häufig Ver-wendung finden. Abgesehen hiervon, bleibt es aber immer zu bedauern,daß man das zu solchen Teppichen verwendete Kubhaar trotz seiner Ver-spinnung mit den langen Haaren der Ziegen noch immer nicht fest genugmit dem Faden zu verbinden vermag, daher eS kömmt daß man solcheTeppiche nicht ohne großen Verlust an Haaren kann reinigen oder aus-klopfen lassen. Es gründet sich hierauf die geringe Dauer, welche derartigeFußdecken haben, und das Unangenehme sie immer stauben zu sehen.
Daß Preußens Regierung dahin trachtet, die Fabrikation solcherTeppiche in verschiedenen Strafanstalten einzuführen, erfahren wir ausden Artikeln ähnlicher Art, welche das Herforder Institut zur Londoner Ausstellung eingeliefert hat.
Burnusse aus Geweben des Kameelhaares angefertigt, hat Algier'sProvinz Konstantine eingeliefert, und mehrere Decken aus demselben Ma-terial stammen aus Orenburg in Rußland .
I. Kaltenecker in München hatte eine Musterkarte von Gewebenlind Sieben in Pferdehaar, Rohr und andern Stoffen ausgestellt.
Die Oesterreichische Provinz Jllyricn scheint in ihrer Stadt Krain-burg und Gegend einen bedeutenden Industriezweig in der Fabrikationvon Haarsieben und Haarsiebböden zu besitzen, da derselben, von dreiErzeugern herrührend, in großer Mannigfaltigkeit auf der Ausstellungsich befinden. Die Namen derselben sind: Globotsching in Straßnich,Z. Bcnedig daselbst und A. Locker in Krainburg .
H. Kistemäkers in Antwerpen hat neben andern Haargeflechtenauch ähnliche Siebböden zur Ausstellung gebracht. ')
°) Nach der Gintheilung der liesst Juries gehören auch die Federn, insofernsie znm unmittelbaren Gebrauch hergerichtet sind, zu Klaffe XVI. Da indeß beidiesem Artikel die Trennung zwischen Material und Fabrikat für die Berichterstattungunpraktisch erscheint, so ist diese Unterabtheilung zu Klaffe IV. herangezogen undTheil I. S. 45(1 bereits abgehandelt.
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