Band 
Zweiter Theil.
Seite
386
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386 XVII. Klasse. Papier , Buchdruck und Buchbmderarbciten.

niscke Verbesserungen und Einführung des Prinzips der Theilung derArbeit, wenn sie auf einen Gegenstand allgemeineren Bedarfes angewen-det werden, nicht nur der Beschaffenheit des Produktes, sondern auch derStellung der arbeitenden Kräfte wesentlich förderlich sind, bietet auch durchdie Ausdehnung, in welcher gegenwärtig die Maschinenarbeit in das Be-reich der früher ausschließlich angewendeten Handarbeit eingedrungen ist,ein sehr interessantes Beispiel zur Feststellung der Bedingungen dar, durchwelche die Grenzen der Anwendbarkeit der einen oder anderen Arbeits-methode bestimmt werden. Während dem Drucker die Konkurrenz mitder Schnellpresse in vielen Artikeln gänzlich unmöglich gemacht ist, siebtder Scher und Ableger noch ruhig die verschiedenen Ideen zu mechanischenVorrichtungen, welche seine Thätigkeit thcilwcis ersetzen sollen, sich ver-körpern; dem Schristgießer fängt aber die Letterngießmaschine schon thcil-weis an, einen Theil seiner Arbeit abzunehmen.

Die Mechanik in dem vorliegenden Zweige war, wenn auch nichtfür alle Nationen vollständig, doch wenigstens nach den hauptsächlichstenRichtungen ihrer Anwendung so auf der Ausstellung vertreten, daß man ausdem durch die Ausstellungen verschiedener Nationen dargestellten Gesummtbilde für die angedeutete Betrachtung leicht Belege aufzufinden vermochte.

In der Schriftgießerei waren außer einigen später zu erwäh-nenden Gießinstrumenten Englischer Werkstätten, eines von F. A Brock-haus in Leipzig, sowie von NcveS in Lissabon , die Bestoßzcuge ausder Werkstatt von Ehristian H off mann in Leipzig , in welchen der-selbe eines wohlverdienten Rufes genießt, und zwei erst vor unlanger Zeitangegebene Methoden der Verfertigung von Lettern ausgestellt, nämlichdas Schneiden und Pressen derselben aus Metallftäben und die Herstel-lung derselben mit Schriftgießmaschinen.

Zu der ersten Herstellungsmcthode diente ein von A. A. Lefövrein Paris erfundenes und an Harding, Pull ein und Johnson(('.uiltlimll Llmiichei'd, 6a„ckoii) übergegangenes und von diesen auchausgestelltes Maschinenspstem. Der Letternprcß-Maschinc werdenMetallstäbe übergeben, die aus gewalztem Kupfer- oder Zinkblechmittelst der Kreissäge geschnitten sind; der Stab wird auf der Maschineum eine gewisse Länge vorwärts geführt, von Preßbacken erfaßt, ab-geschnitten und am vorderen Ende des abgeschnittenen Stücks durcheinen Stempel mit eingesetzter Mutter mit dem betreffenden Buchstabenversehen, worauf sich die Backen öffnen und die Type herausfallenlassen. Die Maschine soll täglich 36000 Lettern liefern. Der bei demAufpressen des Buchstabens entstandene Bart wird hierauf an den bei-den breiten Seiten in einer besonderen Maschine, der die Typen einzelnübergeben werden, abgestoßen, dann werden eine größere Anzahl derTypen in eilte Reihe gesetzt und der Bart an den beiden schmalen Sei-ten abgehobelt, und endlich die Abgleichung der Typen zu einer vollkom-men gleichen Höhe auf einer Schleifmaschine bewirkt, in welche eine