428 XVII. Klasse. Papier , Buchdruck und Buchbinderarbcitcn.
Werke von Werth in der That wissenschaftliches Streben unterstützt werde,und daß cS Pflicht der Besitzenden sei, auf solche Art dem Fortschritteförderlich zu werden, tiefer Wurzel geschlagen haben, als bei uns; end-lich ist das in Deutschland so verbreitete Institut der Leihbibliotheken inEngland weit weniger ausgebildet als bei uns. Aus allen diesen die Ent-wickelung des vorliegenden Gcwcrbzweiges sowohl in der Richtung derfabrikmäßigen Produktion als in der Richtung der lururiösen Ausstattungbegünstigenden Umständen ist die Erscheinung zu erklären, daß die Eng-lische Ausstellung einen wahren Wettkampf in solid gebundenen und schönausgestatteten Büchern zeigen konnte, und es ist bezüglich der großen An-zahl tüchtiger Handlungöbücher nur noch auf den Umstand hinzuweisen,daß die Herstellung derselben in großer Zahl und Güte durch den außer-ordentlichen Bedarf des in London sich konzentrirenden Handelsverkehrsbegründet erscheint. Frankreich nimmt offenbar bezüglich der oben er-wähnten begünstigenden Umstände eine Stellung zwischen England undDeutschland ein.
Die Portefeuillefabrikation welche wegen ihrer Verwandt-schaft zur vorher erwähnten Branche, und da beide vereinigt bei vielen Aus-stellern vorkamen, hier auch mit den Buchbinderarbeiten vereinigt besprochenwerde» soll, war am vollständigsten von Deutschland aus vertreten; eineVerglcichung mit den Englischen und Französischen Fabrikaten fiel inkeiner Art zu Ungunstcn Deutschlands aus. ES ist dies ein Fabrikations-zweig, in welchem Deutschland nicht nur, wenn auch zum Theil unter ge-borgten fremden Namen, den inländischen Markt versorgt, sondern ein be-deutendes Erportgeschäft nach dem Auslande und selbst nach Frankreich und England besitzt, und bei dem Deutsche Produktionskraft sich vielfachselbst in ausländischen Erzeugnissen wiederfindet; so ist der frühere Besitzerder auf der Ausstellung in der Französischen Abtheilung vorzugsweis inden Vorgrund tretenden Firma (Gebrüder Schloß u. Wittwe) einDeutscher, und bei einer größeren Anzahl der in England ausgestelltenGegenstände dieser Branche gewann die Vermuthung einen ziemlichenGrad von Wahrscheinlichkeit, daß eine größere Anzahl einzelner Theileund selbst vollendeter Produkte Erzeugnisse Deutscher Werkstätten seinmochten. ,
Zu den Cinzelnheiten übergehend, ist zunächst zu erwähnen, daß imFolgenden natürlich von einer ins Detail gehenden Beschreibung der Aus-stellungsgegenstände, so weit sie nicht durch etwas charakteristisch Neuessich auszeichnen, als nutzlos und zu weit führend abstrahlet werden muß.Es ist daher zunächst bezüglich Englands, Folgendes anzuführen. Wegenausgezeichneter Arbeit sind hervorzuheben: Baritt und Eomp. (173Viert 8tie,-t); speziell bemcrkcnswcrth waren die Holzdcckcl mit erhabenerArbeit und galvanisch vergoldeten Verzierungen, Mctalldeckcl mit durch-brochenen Mustern, als Kuriosität: ein zweiteiliges Buch so zusammen-gebunden, daß der Rücken des einen auf der entgegengesetzten Seite lag