Band 
Zweiter Theil.
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§. 95. Farbpflanzen und daraus bereitete Farben.

aus sieben verschiedenen Gegenden nach London geschickt. Die Küsten An-dalusiens, Balencia's, Murcia's, auch Segovia's und Saragossa's lieferneine große Menge. Er wird entweder als getrocknete Wurzel, als Pulverderselben oder als Erweckt verlaust: in allen drei Formen hatte ihn in beson-derer Güte T. Mar c os von Balladolid eingesandt. Die frische Wurzelwird in Murcia die Arroba zu 6, 8 und 10 Realen, oder der Centnervon 48 Kilogrammen zu 0, 8 und lO Franken verkauft. In Segovia und Balladolid sind die Preise höher, wegen der zahlreichen Fabrikenvon grobem, gewöhnlichem Tuche, bry-etaz genannt, wozu er gebrauchtwird. In Zamora sind die Preise bedeutend niedriger, denn wir findendie Arroba zu 2^ Realen und den Ccntncr zu 10 Realen oder 2^ Fran-ken angegeben.

Aus den Kanarischen Inseln findet man viel Krapp, dessen Ertraktunter dem Namen „Karmin" verkauft wird.

Auch in England soll srüber Krapp gebauet worden sein und derName iklackllei -.4Ia,^et (Krappmarkt), den eine Straße in Norwich trägt,davon herrühren.

Die Darstellung der Garancine wird in Frankreich Wohl am aus-gedehntesten betrieben, welches zugleich im Avignoner Krapp die besteSorte dieses Farbmaterialö erzeugt. Die Handelskammer von Avignon (Tep. Vaucluse) sandte drei Proben von Krappwurzeln, gelbe, rothe unddunkelrothe; 8 Flaschen mit Krapppulvcr und Krappertrakt. Die Fabri-kanten Latare und Lacroir zu Avignon hatten vorzügliche Proben vonGarancine eingesendet. Auch von Algier war durch den LandwirthG. de Montigny zu Oran gute Krappwurzel eingesendet.

Der aus Deutschland eingesandten vorzüglichen Krapplacke habenwir schon oben (Tb. I. S. 279) gedacht. Wenngleich der Krapp ausdem südlichen Frankreich der beste ist, so kommt jetzt doch viel aus Holland und Schlesien in den Handel.

In Schlesien wird der Krapp besonders in der Umgegend vonBrcölau, Neumarkt und Liegnitz gezogen. Die dortigen Krappbauer hat-ten sich 1851 sowohl an Sommer- wie an Hcrbströthc einer reichlichenErndtc zu erfreuen. Der Absatz geht theils nach den verschiedenen Län-dern des Zollvereins, theils nach Oesterreich .

Indischer Krapp war eingesandt vom Kapitain Smith

aus Assam, aus Kalkutta und Aden.

Die verschiedenen Arten der Indischen Krappwurzeln erforderneine sorgfältige Unterscheidung nach ihren Eigenschaften, wie z. B. deriVlunjeet aus Verschiedenen Gegenden Indiens . Die Al- und Ach-Wurzel, welche man von verschiedenen Arten der älorimla, namentlichaus lUuriiicla tuictoria in Central-Indien gewinnt, wird zur Färbungdes echt dunkelrothen Kaliko's, des sogenannten Xlnimva gebraucht,welches die Wasserträger häufig zu tragen pflegen; sie waren aus Raj-pootana eingesandt. Diese beiden sind verschieden von der Ch ah-Wurzel

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