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8. 98. Zeichnungen für gewerbliche Zwecke.
Stocke am Trent, Glasgow , PaiSley u. a. O. Sie werden vonSommerscthausc mit Vorlcgcblättern, Abgüssen und Büchern versehen,werden wohlgclcitet und haben bereits viel Gutes gestiftet. Einzelne ihrerZöglinge sind schon Lehrer in den Schulen geworden, weit mehrere abersind als praktische Dessinateure, Graveure und Former in den Fabrikenvom größten Nutzen.
Erstaunlichen Einfluß hat die seit wenigen Zähren in Belfast be-stehende Zeichnenschule entwickelt und aus der Ausstellung bewahrt. Ein-zelne Damaste, sabrizirt und ausgestellt von Michael Andrews in Ardoyne, Richardson Söhne und Owdcn in LiSburn und EorryBlain und Eomp. (alle nahe bei Belfast ) geben bereits ein VortheilHaftes Bild der Irischen Dessinzeichnung und Weberei und lassen weitereFortschritte erwarte». Auch die Schottischen Damaste von Dumfcrlincund die Englischen von Barnslcy und LecdS beginnen durch schöne Mustergefährliche Wcttkämpcn gegen dieses frühere Teutsche Monopol, — unter-stützt durch bessere Bleiche und prachtvolle Appretur — zu werden.
Während in dem materiellen England früher das gute Musterzeichnen selten zu finden war, wäbrcnd die dortigen Zeichner eben sodürftig an schaffenden Ideen als unsicher und unfrei in der Ausführungder Muster waren, scheint jetzt, namentlich seit der Errichtung der Zcich-nungsschulen mit der geübteren Hand auch der Geist rascher aufzufassen,zu kombiniren und selbst zu schaffen ^).
Zeichnungen und Muster für gestickte, gewebte und gedruckte Stoffe,so wie für Tapeten, Papier- und Buchbinderarbeiten waren von Frank-reich , England und Deutschland — aus dem ersteren Lande am zahl-reichsten ausgestellt.
Zur Beurtheilung derselben traten Preisrichter aus den Jurys fürManufakturwaarcn und für Gegenstände der schönen Kunst zusammen.
Dieselben stellten das oberste Gesetz bei der Beurtheilung solcherMuster dahin fest, daß sie das Gefühl der Fläche nicht aufheben, sonderndieselbe nur in einer, dem Auge in Form wohlgefälligen und in derFarbe harmonischen Weise unterbrechen sollen, so daß mithin keine Ver-kürzungen in den Mustern zulässig, eigentliche perspektivische Ansichtenaber durchaus verwerflich und dem Stvlgcsetze, welches in solchen Musternfestgehalten werden muß, schnurstracks entgegen sind.
ES versteht sich, daß die Muster nach der Verschiedenheit des Stoffesund dessen Bestimmung ebenfalls ungcmcin verschieden sind und seinmüssen, wie z. B. bei dem weichen Stoffe von Shawls, welche beieinem ansehnlichen Umfang den verschiedenen Bewegungen des Körpersfolgen müssen, weiche und geschwungene Formen von ansehnlicher Größe,dagegen bei Kattunen und ihnen verwandten Stoffen zu Kleidungsstücken,welche fester an den Körper anschließen, mehr regelmäßige und kleineMuster zur Anwendung kommen müssen.
Bei der Beurtheilung gab der Kunstwerth und gute Geschmack des