502 XVIII. Klasse. Farbe», Muster, Färberei und Druckerei.
Auch C. I. Richardson legt in seinen zahlreichen Mustern einenguten Geschmack an den Tag, ehrenvolle Erwähnung.
Nächsrdcm verdienen noch Johann Carter aus Crayford inKeilt und I. K. Harvey aus London — Letzterer wegen der Zeichnungeines reichverzierten Teppichs — hervorgehoben zu werden; endlich auchW. Hea ld wegen seiner Zeichnungen für Spitzen; auch diese erhieltenehrenvolle Erwähnung.
Dawn in London zeigte mehrere Shawldessins, wahrscheinlichfür den Druck bestimmt; mittelmäßig.
Außerdem zeigten die von männlichen und weiblichen Zöglingen derKöniglichen Haupt-Zeichnungsschule zu London ausgestellten Zeichnungenfür Stoffe so richtige Prinzipiell und einen so feinen Geschmack, daß derAnstalt eine Preismedaille und verschiedenen der Zöglinge die ehrenvolleErwähnung zuerkannt wurde.
Unter den Trägern der hier verzeichneten Namen sind wahrscheinlichmehrere, so Talent und Neigung zu höheren Kunstleistungen hatten, aberauch in ihrem Wirken für die Industrie dürften sie sich befriedigt undpekuniär gewiß reicher belohnt finden als wenn sie sich in ihren Bestre-bungen ausschließlich der Oelmalerci, wobei nur das AußerordentlicheAnerkennung erwarten darf, gewidmet hätten.
Es ist uns nicht unbekannt, daß es auch in den Deutschen Vereinslanden namhafte Künstler gab und noch heut giebt, welche es nicht unterihrer Würde erachten, durch ihr Talent der Industrie zeitweise wahrhaftförderlich zu sein. Aus dem nördlichen Deutschland können wir Sch El-ke l, E. Bötticher und Lohde zu Berlin und Schröttcr zu Düssel-dorf namentlich hcrvorbcben. Aber deren Zahl ist nur gering und deshalbdürfen wir wohl den Wunsch aussprechen, daß unsere jüngeren Künstlerin dieser Beziehung den Französischen einigermaßen nachfolgen möchten.
Nicht minder wünschenswerth ist es, daß bei der in Aussichtstehenden Reorganisation der Dcssinateur-Schulen, auch dem Ar-tistischen mehr Aufmerksamkeit und Zeit gegönnt werden möge, alssolches bei den zcitherigen Bestimmungen und Einrichtungen möglich war.Wir geben der Erwägung anheim, ob nicht etwa bei den Maler-Akademiecnfür Zöglinge, welche sich vorzugsweise zu Zcichenkünstlern für die In-dustrie ausbilden wollen, eine besondere Klasse eingerichtet werden könnte?Unter den Schülern werden, wie wohl zu hoffen steht, sich gewiß einigeBegabte zeigen, die zu fördern und sorgfältig auszubilden fast eine Pflichtgenannt werden kann, denn die Vortheile, welche solche Künstler derIndustrie bieten, bei denen Erfindungsgabe und Geschmack sich vereinigtfinden, reichen weit hinaus!
Die vom Staate auf die Ausbildung dieser Schüler verwendetenKosten würden sich gewiß reichlich lohnen. In Hinsicht Preußens könnenwir uns in dieser Beziehung auf die Seitens des Handelsministeriumsins Auge gefaßten Pläne zur Ausdehnung der jetzt bestehenden Dcssinateur-