§. 107. Gefärbte Seidenwaaren.
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Gefärbte und bedruckte gezwirnte Seide (Or§-mrin und Drume).Chinirte und jaspirte, ferner bedruckte Seidenwaaren.
I- In gefärbter Seide zeigte die Ausstellung vieles Schöne.Wir erwähnen zuerst der vorzüglichsten Englischen Aussteller. Brock-lehurst und Söhne in Macclcsficld haben recht schöne Farbenmusterausgelegt, allenfalls in etwas übertroffen durch die vollständigen undanlockenden Schattirungcn aus den Färbereien von I. Howe undEomp. in Coventry und W. Adshead und Eomp. in Macclesfield .Das Feinschwarz in den Englischen Seidenstoffen zeigte angenehmenGlanz und Tiefe der Farbe. H. LeLievrein Cleveland hatte nament-lich in dieser Beziehung Vorzügliches geleistet. Die schönen chinirtenStoffe aus den Spitalsields und Manchester Seidenfabriken, welche derAusstellung sehr zur Zierde gereichten, haben uns bewiesen, daß auch derKettendruck mit großer Vollkommenheit in England ausgeübt wird.
Aus dem Zollverein nennen wir folgende Aussteller: von I.H. Neuhaus in Crefeld : verschiedene Muster gefärbter Seide inangenehmen Kouleuren, auch ferner dergleichen in Jaspe und Ehine be-druckt, alle Farben von guter und kräftiger Ausführung.
Von W. Hoddiek in Langenberg: schwarz gefärbte Seide inNoir charge oder Souple, mit 50 Prozent Aufsatz ä 20 Sgr. pro Pfd.
dergleichen mit 75 - - ä 24 - - -
Bei so sehr beschwertem Faden ist kein Glanz zu erwarten oder zu ver-langen, weshalb das vom Aussteller gebrauchte Prädikat: „brillant"nur bedingungsweise paffend scheint; übrigens zeigt sich die Schwärzeintensiv und der sogenannte Angriff der Seide befriedigt selbst bei der75 Prozent beschwerten vollkommen.
Im Regierungsbezirk Düsseldorf sind überhaupt 38Seidenfärbcrcienbeschäftigt, welche bedeutende Anzahl auf den großen Umfang der Seiden-fabrikation in der Rheinprovinz schließen läßt. Der Färber I. A. Wül-fing in Elbcrfeld hat vor einigen Jahren ein Patent erhalten auf eineMaschine zum Glänzen gefärbter Seide (durch Trocknen und gleichzei-tiges Strecken mittelst schiebbarer, durch Dampf geheizter Metallwalzcn).Diese Art, die Seide zu glänzen, wird auch in den Berliner Färbereienneben andern Methoden angewendet und ist bei der Fabrikation vonLustrines und Hutplüschen vielfach benutzt worden. Aus Berlin , wodie Seidcnfärberei bekanntlich auf einer hohen Stufe steht, waren leiderkeine Muster ausgestellt.
Die Oesterreichische Seidcnfärberei war durch C. Salz er inWien repräsentirt; besonders vollständige Schattirungcn in klaren Farbengeben Zeugniß von der Geschicklichkeit des Ausstellers.