Band 
Zweiter Theil.
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§. 107. Bedruckte Seidenwaaren.

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wenig variiren und der Reiz der Neuheit muß meist durch das Dessinerzwungen werden. Möge dies nun übertrieben barock, selbst häßlich sein,es findet dennoch seinen Käufer, wenn es nur früher noch nicht gesehenwar, und die Trucker, mit einzelnen lobenswerthcn Ausnahmen, thunalles Mögliche, den wunderbaren Styl in diesem Zweige der Druckereiauf die Spitze zu treiben.

Annoch sehen wir Corahs ausgestellt, jedoch meist auf nicht In-dischen Stoff, aber befriedigend gedruckt!

aus Frankreich von: F. Chambon in Cheylard, U. Paulin Bourgles Valence (Drome), Meures und Candon in Lyon ,Gebr. Nourry und Meynard Cousins in Lyon und C. Depoullyin Paris ;

aus Belgien von: I. Vcrreyt in Brüssel ;

aus Hamburg von: Cd. Lade und H. Bahr und Comp.;

aus der Schweiz von: Gebr. Schmidt in Thalweil;

aus dem Zollverein von: Joh. Simons Crben in Elber-feld, I. H. Funke Eidam Böddinghaus und Comp. in Elber-feld u. A. m.;

aus Rußland von: James Rochefort. Die von dieserFabrik gelieferten Corahs sind auf Indischen, Persischen und auch auffloretseidenen Stoff gedruckt.

Daß nun eine so wichtige Branche des Gewerbebetriebs noch nichthat nachhaltig in die Fabriken des Zollvereins verpflanzt werden können,ist zu bedauern, und es wäre sehr zu wünschen, daß z. B. den ElberfelderSeidcndruckercien damit eine fortwährende und lohnende Beschäftigungzugewendet werden könnte. Wegen der mit England zu bestehendenKonkurrenz jedoch dürfte die Möglichkeit hierzu nur unter der Voraus-setzung einer namhaften Steuer-Ermäßigung für das als Halbfabrikatzum Druck eingehende Corah-Tuch in Aussicht zu stellen sein.

Die Weberei würde durch eine solche Maßregel nicht gefährdetwerden, weil diejenige Rohseide, welche man zur Anfertigung der Corahsverwenden könnte, schon eben so theuer kommt, als die fertigen Rohge-webe in England (im Last-Inckia-Ikons«;) zu kaufen sind.

Die Mehrzahl der oben genannten Englischen Druckereibesitzer sindzugleich Fabrikanten; sie lassen von China - und Bengalseide auch vonFloret (ssiui« sille) ein den Corahs ähnliches Gewebe fertigen, welchesäbnlich den derartigen Elberfelder Fabrikaten, zu den sogenannten Foulard-Tüchern und Kleidern theils gefärbt, theils gedruckt wird. Auch zwei-farbige gestreifte oder quadrillirte Zeuge, ganz aus Chinesischem Materialbestehend, gehen aus diesen großen Werkstätten hervor und liefern einensehr soliden und billigen Kleiderstoff.

Tücher, den Chinesischen glatten und saeonirten Pongees ähnlich,welche ebenfalls in großer Verschiedenheit ausgestellt waren, bilden fürEngland einen nicht unbedeutenden Fabrikations- und Ausfuhr-Artikel,