Z. 108. Bleiche und Appretur der Leinen. 541
zu Leeds , war von sehr schönem Ansehen und fühlte sich nur etwashart an.
Bei der ausgestellten sehr reichen Auswahl von Hanfgewebenkamen Webckunst (sie sind größtentheilS mit der Maschine gewebt), Bleicheund Appretur kaum in Betracht, da die Güte und Feinheit des Materialshauptsächlich entscheidet.
Da eine detaillirte Beschreibung der an den einzelnen Ausstellungs-Leinen ersichtlichen Leinen wenig Einsicht verschaffen würde, so lassenwir eine nähere Beschreibung des Verfahrens in einer derbesten Irischen Bleichen, — der von James Ferguson undSöhne zu Newiorge-Green bei Belfast — folgen.
Die Irischen Leinen werden zwar einzig jetzt aus Maschinen-Ge-spinnst gefertigt, trotzdem sind sie aber äußerst verschieden und unter-scheidet man hauptsächlich 3 Qualitäten: leichte (>!§!,t), Mittel (medium),und schwere (lleavy) Leinen. Die Länge derselben beträgt fast durch-gehendes 52 Aards (71g: Preußische oder 83, Bieleseldcr Ellen), dieBreite ^ und ^ Aard; breitere Leinen (^lleetiiiAn) variiren von ^ bisParks und dem entsprechend in der Länge.
Verschiedene Waaren lassen sich nun natürlich in der Bleiche nichtabsolut gleich behandeln, und wenn auch die bezüglichen Verfahren imGanzen ein ähnliches Prinzip gemein haben, so erleiden sie doch eben derVerschiedenheit der Leinen angemessene Abweichungen.
Es ist nun Sache praktischer Erfahrung, resp. der Beurtheilungdes Bleichers, das best anzuwendende Verfahren zu erkennen, so wie denGrad etwaiger Abänderungen je nach dem Erforderniß der Waaren zutreffen. Auf der Bleiche von James Ferguson und Söhne wurdenhauptsächlich nur dichtere, schwerere Leinen gebleicht und gelten die inFolgendem angegebenen Zahlenverhältnisse für 1g Pard breite Mittel(mediuw) Leinen das Stück von 52 Parks.
Der Bleicher erhält die Leinen in dem Zustande, wie sie vomWebestuhle kommen und unterwirft sie zunächst einer sorgfältigen Schar?),indem er sie über einige, über einem Meßtische angebrachte Stäbe ziehtund gegen das Licht haltend untersucht, um etwaige Fehler, als nach-läßiges Weben, Weberschäden rc., zu bemerken und so den später derBleiche zur Last fallenden Beschuldigungen zu entgehen. Bei Ab-weichungen in Länge und Breite wird mit vorstehender Prüfung zugleicheine Messung verbunden. Die verschiedenen Leinen werden nun nachFeinheit und Breite sortirt und aus einer Anzahl von hauptsächlich mög-lichst gleicher Qualität eine der Größe der Bleich-Geräthschasten ent-sprechende Parthie gebildet. Letztere wird sodann gezcichn et und zwarmit der laufenden Nummer der sich in der Arbeit befindlichen Parthieen,der vom Eigenthümer bezeichneten Stücknummer und dem Zeichen derFabrikanten oder Eigenthümer.