556 XVIII. Klasse. Farbe», Muster, Färberei und Druckerei.
nach welchem James Ferguson und Söhne auf ihrer Bleiche zuNcwforge arbeiten, und welches mehrere der besten und größten BleicherIrlands theilen, daraus zu entnehmen. Im Ganzen, hauptsächlich aberwas quantitative Verhältnisse anbelangt, gilt obiges Verfahren für Leinenvon mittlerer Qualität. ,
Für die Vorzüglichkeit des Irischen Bleichvcrfahrcns bei seiner An-wendung in Irland und für Maschincngarn-Leinen im Allgemeinensprechen unwiderlegbar die Resultate, welche keinen unbeträchtlichen An-theil daran haben, daß die Leinen-Industrie Irlands auf eine so hohe Stufegebracht und in Folge dessen den Irischen Leinen ein über die ganze Erdeverbreiteter Ruf verschafft ist.
Nichtsdestoweniger würde es voreilig sein, wollten wir deshalb dasobige Irische Bleichverfahrcn in seinem ganzen Umfange zur Anwendungin Deutschland und für Deutsches, hauptsächlich Handgcspinnst-Leinen,unbedingt empfehlen.
Zur Hebung unseres so bedeutend gesunkenen, ja sogar zur Erhal-tung des uns noch verbliebenen LcinenhandelS, sind Verbesserungen,hauptsächlich mit den bisher in Deutschland üblichen Bleichmethoden,durchaus nothwendig; wir meinen aber damit nicht gänzliche Verwerfungder ganzen bisherigen Verfahren, sondern vielmehr Beibehaltung des alsgut, und Einführung des als besser Erscheinenden.
Abgesehen von der so wesentlichen Verschiedenheit im Bleichen vonMaschinen - und Handgespinnst - Waaren an und für sich selbst, und vonden dadurch Ersteren schon zu Gute kommenden Vortheilen, hat Irlandbauptsächlich noch zwei Hauptsachen für Bleichzweckc vor Deutschland voraus, und zwar:
1. das günstigere und gleichmäßigere Klima, welches ein ununter-brochenes Bleichen während des ganzen Jahres zuläßt:
2. hinreichendes und vorzügliches Qucllwasscr.
Welchen Werth man in Irland hauptsächlich hierauf legt, geht so-wohl aus dessen fast ausschließlich alleiniger Anwendung auf allenBleichen, als auch daraus hervor, daß man selbst bei Vorrath von nichtschlechtem Flußwasser und Mangel oder Unzulänglichkeit an Quellwasserselbst die bedeutendsten Kosten nicht scheut, letzteres sich durch oft enormeRöhrleitungcn und Bassins in hinreichender Menge zu verschaffen. Aufden zwei bis jetzt noch größten Bleichen Irlands von I. Richardson undEomp. zu Lambeg und den oben (S. 177, 209 und 542) erwähntenI. 9k. Richardson Söhne und Owdcn zu Glenmorc bei Lisburn , welchezusammen über 300,000 Stück Leinen im Jahr bleichen, sind die dicö-sälligen Wasser - Reservoirs mit einfachen Filtrir - Vorrichtungen versehen(oben feiner — dann eine Sckncht gröberer Sand — dann feiner — untengrober Kies), um unabhängig vom Regen und ungünstiger Witterungstets reines Wasser zu haben.