588 XIX. Klasse. Teppiche, Tapeten, Spitzen, Stickereien rc.
und wir glauben hoffen zu können, die Teppich-Fabrikation bald bei unsallgemeiner und in ansehnlicher Betriebsamkeit zu sehen.
Folgende Preußische Teppich-Fabriken waren bei der Ausstellungbetheiligt:
Nr. 1. Gebr. Bcckh in Berlin lieferten verschiedene gewirkte Velour-Teppiche mit Figuren und Arabesken in guter Arbeit.
Nr. 141. A. F. Dinglingcr in Berlin errichtete seine Teppich-Fabrik mit Spinnerei und Apprcturanstalt zu Berlin im Jahre 1827. DieSpinnerei wurde 1844 nach Hirschberg verlegt und 1850 eine Druckereizur Fertigung von Teppichen mit bedruckter Polkettc mit der Fabrik ver-bunden. Die Spinnerei arbeitet mit 1000 Spindeln für wollenes Kamnr-und Streichgarn, die Weberei mit etwa 100 Stühlen. Aussteller zeigteSopha- und Bettteppiche, auch Teppichstoffe zu Taschen, velvurartig, inschönen Mustern und sauberer Arbeit ausgeführt. Namentlich verdienteneinige nach Original-Mustern des Musterzeichners Hoppe in Berlin aus-gefühne Teppiche in beiden Beziehungen Anerkennung. Derselbe erhieltdie Preismedaille.
Nr. 793. Von der Direktion der Strafanstalt zu Herford warenordinaire Fußteppiche zum Belegen der Treppen aus Leinen und Kubhaa-ren in derber Arbeit ausgestellt.
Nr. 8. W. Lipke, Filzwaaren-Fabrikant in Berlin , zeigte be-druckte Teppiche auf Maschinenfilz in angemessener Ausführung. VierSophateppiche von Maschinenfilz, das Stück zu 6 Rthlr.; zwei Sopha-teppiche von gewebtem Stoff, das Stück zu 5 Rthlr.; eine Decke von Ma-schinenfilz zu 1H Rthlr.
Mit der Hand gestickte Teppiche, sogenannte Tapisserie-Arbeit, zeig-ten in kunstreicher und sauberer Ausführung: Nr. 19. C. A. Königin Berlin, Nr. 53. C. F. W. Parey in Berlin , Nr. 377. Agnesvon Großmann in Weißcnfels.
Nr. 313. L. von der Osten in Stralsund zeigte Decken undTeppiche in einer eigenen Druckmanier, welche den Lithographiern ähn-lich sind. Nach der Angabe des Ausstellers sind die Gegenstände mit denvon Furch au erfundenen elastischen Platten auf Nessel in Oel gedruckt.Die Stoffe find waschbar, ohne daß der Druck verliert; er gewinnt viel-mehr dabei.
Die Ansichten welche wir vorstehend über die Preußische Teppich-fabrikation entwickelt haben, lassen wir auch für den Betrieb dieses In-dustriezweiges in Sachsen und Hessen gelten. Von dort waren auf dieAusstellung folgende hierher zählende Gegenstände geliefert:
Nr. 1186. Beck u. Heynig in Glauchau einzelne Fußteppiche,sowie dergleichen Stoffe zu Reisetaschen.
Nr. 1506. Joh. Jos. Vaconius in Frankfurt a. M. ver-schiedene Teppiche zu Sopha-Vorlagen in Velour-Arbeit.