Band 
Zweiter Theil.
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§. 113. Deutsche Tapisserie-Arbeite».

Aus dem Königreiche Sachsen lieferten Weißwaarcnund sind teil-weise schon als Aussteller inSpitzcn erwähnt: Nr. 1055. F. A. S ch r ei b c rin Dresden und Ober-Wiescnthal; Nr. 1207. Köfter u. Uhlmann inSchneebcrg; Nr. 1221. Stölzcl und Sohn in Eibenstock ; Nr. 1224.Friedr. Förster in Eibenstock ; Nr. 1229. F. A. Mammen inPlaucn;Nr. 1232. Schnorr und Steinhäuser in Plänen, verschiedeneStickereien zu Kragen, Barben, Pellerincn, Manschetten, Hauben,Taschentüchern, Vorhemdchcn rc. in mittleren, feinen und ganz seinenAusführungen.

Nr. 1230. G. F. Schmidt in Plauen lieferte ein gesticktesAmeublemcnt und verschiedene andere Lurusgegenstände, in sauberer undprachtvoller Ausführung, und haben sich dieselben eines allgemeinenBeifalls zu erfreuen gehabt.

Nr. 12 31. Meinhold u. Sto ffr c g c n in Plauen und Nr. 1233.F. L. Böblcr in Plauen zeigten mit der Hand und Maschinen gestickteund brochirte Gardinen, so wie Taschentücher in schönen Ausführungen.

Von der Erfolglosigkeit, von der seither die Bestrebungen zur He-bung der Bobbinet- und Spitzenmanufaktur in Preußen begleitet waren,machen nur die Spitzcnklöppeleicn zu Lügde in Westfalen eine Ausnahme,von denen jedoch nichts eingesendet war. Wir halten es für eine vergeb-liche Mühe, der Einführung der Spitzcnfabrikation allzugroße Kräfte zuwidmen. Mögen wir dieselben ander», uns lohnenderen Zweigen der ge-werblichen Thätigkeit zuwenden!

Genähte, tambourirte und überhaupt fein gestickteWeißzeug-Waaren, wie Ehemiscts, Kragen, Manchettcn, Kinderklei-der und dcrgl. haben auch in Preußen und namentlich in Berlin sich zueinem fabrikmäßigen Betriebe herangebildet und sind nicht allein im Ver-kauf im Einzelnen, sondern auch im Großhandel von ansehnlicher Bedeu-tung geworden. Es ist demnach zu bedauern, daß in diesen Artikeln Ber-lin keine Veranlassung genommen hat, seine Leistungen darzustellen.

VI. Die Bunt- und Prachtftickerci, sogenannte Tapisse-rie-Arbeiten, werden bekanntlich in Berlin in bedeutender Ausdeh-nung und fabrikmäßig betrieben. Die dasigcn Fabrikate zeichnen sich durchgeschmackvolle und in Muster und Farben prachtvolle, daneben auch bil-lige Ausführung aus, so daß sie in diesen Beziehungen allgemein bekanntund berühmt sind. Sie bilden einen sebr ansehnlichen Erport-Artikel undhaben vorzugsweise auch in England einen sehr vortheilhaftcn Ruf.

Wenn unter diesen Verhältnissen die Berliner Tapisserie-Manufak-tur auf der Ausstellung nur eine untergeordnete Vertretung gefunden hat,so muß dies schmerzlich empfunden werden.

Wir wollen glauben, daß einerseits das Bewußtsein der anerkann-ten und bewährten Leistungen, andrerseits die leichte Vcrderblichkeit derausgestellten Erzeugnisse die Ursachen waren, aus denen die größerenTapisseriehandlungen ihre Fabrikate nicht zur Ausstellung brachten; wir