Band 
Zweiter Theil.
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705
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§. 141. Gummischuhe, elastische und wasserdichte Kleidungsstücke. 705

Handschuhen, welche gegen Wasser, Lauge u. s w. undurchdringlich sind :mit denselben können in ärmeren Familien Hausfrau und Kinder die nie-drigsten häuslichen Dienste verrichten, ohne einen gewissen Grad von Ele-ganz auszugeben und ohne daß die Weiße der Hand darunter leidet.Außerdem hat Herr Goodyear einige Proben von einer dritten Sortevon Schuhen ausgestellt, die ganz neu erfunden sind und welche aus einemStück Kautschuck gemacht werden, in dem sich eine Menge sehr kleinerLöcher befinden. Diese Schuhe, welche wegen des Widerstandes des Kautschuckö gegen Feuchtigkeit und wegen der unendlichen Kleinheit der Löcherwasserdicht, aber für Ausdünstungen offen sind, haben den doppelten Vor-theil, daß sie für äußere Feuchtigkeit undurchdringlich, doch die durch Transpiration hervorgebrachte Feuchtigkeit durchlassen. Die Verdichtung derTranspiration in den gewöhnlichen Gummischuhen und in den Mackin-tosh-Röcken ist eine große Unbequemlichkeit. Sie kann jedoch, ohne dieVortheile des Stoffs zu vermindern, durch die fein durchlöcherten Blättervon Kautschuck, welche Herr Goodyear ausstellt, gänzlich gehobenwerden.

Bei dieser Masse von Gegenständen, zu denen Kautschuck kürzlichangewendet wurde, ist es billig, daß auch die Kinder ihr Theil empfangen.Herr Goodyear statte die glückliche Idee, aus der Mischung von Schwesei und Kautschuck, welche vulkanisirten Kautschuck bildet, indem er es inFormen erstitzt, Puppcnköpfe, Thicrfiguren, in einem Worte elastischeSpielzeuge aller Art zu erzeugen, welche Farben aller Art annehmen, durchFeuchtigkeit, Stöße, Fallen nicht leiden, das Vergnügen der Kinder durchdie Leichtigkeit, sie zu verziehen, erhöhen und zugleich das Zerstören fastunmöglich machen; daß diese possirlichen Verzerrungen auch Erwachseneunterhalten, geht aus dem sehr ausgedehnten Absätze derselben, nament-lich zu Weihnachtsgeschenken, hervor.

Wir haben schon gesellen, wie Herr Cstarles Goodyear seit demJahre 1842 in Amerika in Kautschuck arbeitete, welchem er durch den Zu-satz von Schwefel und kohlensaurem Bleisalz größere Elastizität gab. In-dem er Kautschuck mit Schwefel und Magnesia verband, ist eS ihm kürz-lich gelungen, ihm eine Steifheit und Härte zu geben, die es dem Holzegleich macht, nachdem es durch Formen die verschiedensten Gestalten erhal-ten. Dies Material kann, wie auch gewöhnlicher Kautschuck, verschiedeneFarben annehmen; man kann daraus, indem man die bereits gefärbtenMassen einfach oder vermischt verarbeitet, Formen von den verschiedenstenFarben liefern, welche ansangen das Horn bei der Knopffabrikation, sowiebei den Heften der Feder- und Tischmesscr zu ersetzen; auch kann dieserStoff, wenn er in dünne Scheiben auseinanrergerollt ist, den Platz desHolzes beim Auslegen der Möbel einnehmen. Obgleich diese Erfindungnoch eine neuere ist, ist doch zu vermuthen, daß sie bald ihre Früchte tra-gen wird. Indem man die Mischungen deS Schwefels mit Magnesia undKautschuck verändert, hat man schon verschiedene Grade von Festigkeit er-11. 45