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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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CXLVI
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Das dritt buchexlviret hatten/ vnd nit gnüg narung in jrem land haben mochten, vn̄ des halbeneinander vffsetzig waren vn̄ vil zancks wider einander hatten, hat sich ein grosgeschlecht vffgemacht mit weyb vnnd kind, vnd seind über Rhein v nnd densauvageRhein hinab gezoge biß in die insel Barauia, die man ietzunt nent Holand/vnd do Ire wonung gemacht. Also seind vorlangen zeyten die Carcomennervnd Quaden auß Behem oder auß der selbigen gegenheit über die Tonawin Crabaten gezogen vnd To jre wonung gemacht. Wie die Burgunder vondem Rhein auß der Narggraueschafft oder auß dem selbige land hinder dieSunggöwer, vnd die öbern Schwaben über die Tonawin das TurgöwAlgöw/ vnd Lechgön komen seind/ nach dem der Römer gewalt anfing absteygen, will ich an seinem ort anzeigen. Ses gleichen wie die Frantzosen vonSauckesontden alten Teütschen Francken erwachsen seind, wirt an seinem ort auch nitverschwigen bleiben, wie wol ich das zum theil schon in dem andern büch beyTeutschlanddem land Gallia entdeckt hab. Es hat Teütschland vortausent vnd zweyreych an leü-tausent iar trefflich vil leiit geben, also das jnen ir vatter land offt zu eng ist worten.den/ des halben sie gezwungen wurden/ mit Hauffen in ander lender zu ziehen/do sie sich baß erneren möchten, vnd sunderlich hand die mitnächtigen lenderso vil scharen der menschen in alle lender außgeschickt, das ein wunder möchtnemen wo das volck alles herkommen were, das ist sunderlich wol schyn in denLongobarde/ Cimbern/ Nortmenern/ Gothen/ etc. Auß dissem magstu nunwol mercken wie es zu gangen ist, daß die alten namen der lender am Rheinvnd Tonaw also gar in ein verenderung kommen sind. San de gemein manerendig desweiß nichts mere zusagen von Tissen namen, Heluetia, Rhetia , Vindelicia/Noricum , Pannonia, die an der Tonaw abhin ligen, sunder an jre stat seindkommen Schweitzer land, Boden sie, Lintzgöw, Algö w, Lechgön, Baier,land, Oestrich, Vngerland. Also am Rheinstrom seind disse namen sequani/ Tribochi/ Aemetes/ Vangiones/ Belge, etc. verendert/ vnd neuwe namendurch neuwe völcker erwachsen, Sunggöw,& sich noch etwas zücht vff Sequaniam, Elsaß , Lothringen , Westrich, Hünestuck, Eyfel, Braband, Gel-was die leder lern vn̄ Holand. Man theilet vor zeyten vielender von einander durch bergevon einandervnd wesser, aber ietzunt scheide die sprachen, regiment vnͤherschafften ein landscheidet.von dem andern. Vnd hem nach nennen wir zu vnsern zeyten Teutschland,alles das sich Teütscher sprachen gebraucht, es lig gleich über oder hie jhenetdem Rhein oder der Tonaw. Vnnd streckt sich also ietzunt Teutschland inDecident biß an die Mas/ ia auch etwas darüber im Niderland / do es an Flan­ dern reicht. Aber gegen mittag spreites sich biß an die hohen schneeberg, vndin Orient stoßt es an Vngern vnnd Poland. Aber gegen mitnacht, bleibt es ammoͤre wie vorlangen zeyten.Von den alten voͤlckern Teütscher nation.Gist Teütschland vor alten zeyten nit also gescheiden vnd zerteilt gewe-Esen in mancherley Hertzogthummen, surstenthümmen, grauenschaff-ten, bisthuͤmmen, vn abteien, wie zu vnsern zeyten. Sie hand auch keinsunderliche stert schlösser oder andere weerliche flecken gehabt, sunder hand gewont