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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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CCXXVIII
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brecht

sicheten

Das dritt buchcxxviiijRömischer künig Tisse lender bey jren freyheiten lassen bleiben. Sisser kunig Al-brecht hat verlassen heitzog Friderichen, Liipolden, Albrechten den lamen, vn̄andere, aber ir keiner hat regierung oder oberkeit gehapt in Lissen dreyen len-dern/ Tann die leider haben gehuldet künig Ludwigen vnde Baiern als eim Kömi-schen kunig vn̄ nach als disse hertzogen gegen künig Ludwigen krieg fürten, be-kriegten sie auch disse drey lender. Nach absterben hertzog Friderichen vnndhertzog Lüpolden, hat Hertzog Albrecht der lam, welcher doch sunst ein drütziger herr was/ nie ansproch gehapt von wegen der regierung vnd oberkeit dis-ser lender, wol hat er sich beklagt bey könig Carlen dem vierdten, ab henen vonLucern vnd Züg. Auß Tissem allem magst wol vermercken, daß die grauenvon Habßpurg vnnd die herren von Oestrich kein oberkeit noch regierung gehept haben über disse drey lender. Es haben wol künig Rudolph vn̄ kunigeAlbrecht als Römische künig von wegen des reychs, vögt verordnet in hisselender, wie auch Ire vorfaren künig vnnd keyser, als zum theil hernach gemel-det wirt.Von den voͤgten in den lendern Vri, Schweitz ,vnd wie etliche auß den selbigen vertriben worden.Sist allenthalbende in dem reych brauch gewesen, das ein Roͤmischer kü-Enig oder keyser in den freyen vnd reichs stetten, auch in Den freien vn̄ Sesreychs thälern richter vnnd voͤgt verordnet, die in namen des teychs denstab fürten. Sie selbigen wurden gemeinlich genommen vorittern, edelknechten oder sunst achtparn personen in einer statt oder land gesessen. Vndertweylen hat man auch voogt gesetzt so ausserthalb einer statt oder lands gesessen wa-ren. Sie selbige haben als dan ir ampt vil malen einem andern besolhen. Alsosein in dissen dreyen lendern auch vogt verordnet worden von künig vnd key-sern. Sisse haben in der regierung das land betreffen sich keins dings vnder-wunden, sonders allein in den sachen die hochgericht belangen am rechten denstab gefurt. Also hat keinig Albrecht als Römischer künig in disselender auchvoͤgt verordnet. Als aber die selbige in jrem ampt sich ongebürlich hielten, wiehernach volgen wirt, wurden sie von den landleuten vertriben. Ser vogt zuVnderwalden begert von einem landman, daß er im seinen zu g ochsen über-schickt. Als aber der ladman solichs abschug, befalch der vogt seinem knechtMütwillen der er folt den züg ochsen mit gewalt nemen, vnd zu Haußbringen. Serlandmanhat einen iungen sinn, Ter schlug dem selbigen knecht einen finger ab vnd ent-voegt.floch. Ser vogt fieng den vatter vnd stach im die augen auß. Nachmals alsein landman nit bey hauß was zu Onderwalden/ bezwang ein anderer vogtdes landemans frawen im ein wasserbad zuͤmachen/ zu im in Has Bad zu sitzenvnnd andern sein willen zugestatten. Solichs verzoch die fraw, biß jreemankam/ zeigt sin solichs an, der schluͤg den vogt mit einer axt zu todt.Ser vogt zu Schweytz vnd Vri tryb ein sundern muͤtwillen/ richt z u Vriein stecken vff/ henckt seinen huͤt daran, ordnet ein knecht darzuͤ, ließ iedermangebieten, dem selbigen Hütere zu beweysen. Nun was ein landman hieß Wil-helm Teff der wolt solichs nit thün, darumb er auch für den herren Beruͤfftward, vnnd die weyl er ein güter schutz was, gebottim der herr daß er seinemeignen