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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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DCXXVII
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Von den lendern Asie.ꝺexxvijEgnug wie gros er ia ist. San sie verbergen vnd legen sich zu den wegen die derHelffant pflegt zu ghan vn warten auff in, verbinden im mitjren schwentzen dieschenckel das er nit weyter kommen mag vnnd erwürgen in. Er hat sein gifft Drachen gifft.in der zungen vnnd in der gaft'en unnd sunst in keinem gud, harum essen dieWoren des Krachen fleisch außgenommen die zungen. Es schreibt auß Pli­ nius , daß das gifft so streng in seiner jungen ist, das die zung stets Harnonnraget vnnd etwan der lufft von dem hitzigen gifft angath/ das man meynetder brach speii feüwer auß. Es geschicht auch zu zeiten, wan der drach pfey-set, laßt er hetauß ein gifftigen Dampff daruon der lufft veronreyniget wirt,vnnd folgt hernach ein pestilentzisch kranckheyt.Es schreiben auch vil2von dem Greysfen, den man in India soll Greyff einfinden. Er hat vierfuͤß vnnd klawen dar grausam thieran wie ein loͤw. Am hindern seines leybs ister schwartz, vnnd do fornen rot, vnnď hatweyß flügel, vnnd ein krummen schnabelwie ein Adler. Er macht sein nest in denbergen, grebt auß dem ertrich goldt vn̄ legtHerrndas in das nest. Das wissen nun die Indi-aner wol/ darumb rotten sie sich zu sammenaufftausent oder zwey tausent gewaffneter man̄, komen bey nacht zum nestmit grossen sorgen vnd geferlichkeiten, das sie nit am diebstal ergriffen werdenvon disem grossen vnd grausam̄en thier/ das alwegen vermeynt man stell innach seinen jungen, so man doch das goldt sucht daruonn es sein nest machet.Weyter soltu mercken/ das diß land India ist vorzeiten also wol erbauwen ge-wesen seiner fruchtbarkeit halb, das etlich schreiben man hab ob den fünfftauversoffentsent stett darin gefunden. Es wechst darin pfeffer/ zimmet vn andere gewürtz,vnd der baum Ebenum genant, den man sunst an keinem ort auff erden findt, Ebenischbaum.ist ein Bübsch schwartz holtz, vn̄ so es abgehawen wirt, wirt es also hert als keinstein ist, den augen treflich sere dienlich. Aber der pfeffer wechst am berg Cau-ancasten unscaso vnd sunderlich an dem ort do der berg sich kert gegen mittag. Er wechßteben wie hie zuͤ land der reckeholter. Gold vnd sylber, aber kein eysen, item mancherley edel gestem, als Beryffen, Semant, Carbunckel, Perlin vnd der glei-delge im vberflei-chsen findt man über auß vil in dissem land. Es hat der gros Alexander zwostett gebauwen in dissem land, vnd sie gesetzt an das wasser Bildaspus das dieandern nennen Hidaspis/ eine auff disse seyten vnd die ander auff die andere.Eine nempt er Bucephalam zu gedechtnuß seines edlen roß/ das in einem kriegBurschalevmbkam, vn̄ kein menschen ie tragen wolt dan allein Eunig Alexand. Siß roßwiewol es im krieg wider die Indianer durch schossen ward, rant es doch mitaßen krefften über seine vermögen auß der schlacht do mit es den Alexandrummöcht bringen auß aller geferlichkeit, vnnd fiel von stundan darnider vnnderstarb. Es hieß Bucephalus seiner breyten stirnen halb. Sie anderNierenstatt nempt er Niceam/ das ist so vil gesagt als ein sieg/dan er hatt gesieget an dem selbigen ortwider seine fyend.66 ij India