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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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DCXXXII
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Monsieurniß geopffert

uijtdxxxiijDas fünfft buchB.F.P.Calikuch.DAs volck zu Calikuth bekent das ein got ist, der beschaffen hatt himmelDvnderden vnnd die gantz weldt. Sprechen auch darzuͤ /wan got wöltrichten vnnd straffen die übel thaten der menschen, were das im keinfreüd, so er doch das thün mag durch seinen knecht. Sarumb hat er vns di-sen geyst den teüfel gesandt in disse welt, vnnd im Hen gewalt geben zu richtenvnd zu vrteylen, wölcher wol thut dem thut er auch wol, vnd wer übel thut dethut er auch übel. Ses halben vereeren sie den teüfel vnd setzen seinem bild auffdrey kronen wie man dem bapst auff setzt/ vn̄solichs bild hatt vier hoͤrner auff dem kopff-vnd vier groszen mit einem ongestalten wey-ten offen maul. Sie naß vn augenseind greitlich an zuͤsehen. Seine hend gemacht gleich wiedie hocken, vnd die fuͤß wie eines hanen fuß.Ist alles greilich gemacht. Er hat seelen immaul/ in den henden vnd fuͤssen. Sen bereii-chen Ire priester vnd betten in an, opssern imBauchin der wochen alle mal hanen Blūt auffeinem altar darauff gluͤen de kolen ligen. Si-sen teufel habenn sie fur gros, das der künigkein speyß ißt, man hab sie dann vorhin demteufel darbotten vnd gleich als geopffert. Der kauffleiit seind treflich vilzu Calikuth auß frembden landen vnd künigreichen, sunderlich von Recha-Banghella/Pego/Ciromandel, Zeila, Sumatra , Sabuli, Cambaia, Guzerata, Ormus auß Persia vnd beiden Arabia, auß Syria , Turkey, Clarsingavnd Morland.Von wachsenden dingen zu Calik uchMikünigreich Calikuth, in vnd ausserhalb der statt wechßt der pfeffermit grossem hausfen. Sein stam ist gleich einem weinstock, als der einmal gepflantzt ist, nahend bey einem andern baum, davon den möchtPfeffer ge- er nit auffrecht ston. Sisser baum thüt gleich wie die hopffen oder ephew/ erwichß.vmbfacht sich vnd henckt sich an, wechßt über sich so hoch als der Baum istder im auffenthalt oder steüwer gibt. Es schiessen von seinem stock vil äst,wölche zwo oder drey spannen lang seind, vnnd das laub ist gleich dem laubder Delangoli aber ist dicker, vnd hat auff der andern seyten vil kleiner aͤder-lin. Auff einem ietlichenn der selbigen aͤstlin wachßen funff, sechß, oder achtzweyg wie treiibel/ lenger dan ein finger, daran stot der pfeffer wie kleine wein-berlin gedrungen voll/ seind grien wie die onzeytigen weinber, vnd im Weinmonat lißt man sie also grien ab, des gleichen im Winter monat, vn legt sie vffein decke oder tuͤch an die son̄, ein tag drey vier so werden sie schwartz der mas-sen wie sie außher kommen. Es wechßt auch an dissem ort imber fast schön,ewerhtvn̄e ist ein wurtzel in der erden, die do vndersich wechst drey oder vier spaͤnen wiedie ror,