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I. Band.
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Rath *). Bald aber war aus der Umgegend von vornehmen sowohlals von gemeinen Freien ein solcher Andrang nach der neuen Stadt, daßdie Hausplätze nur sehr klein und enge angewiesen werden konnten, undder Raum dennoch in kurzem angefüllt war. Auf Veranlassung des Her-zogs kam das edle Geschlecht der Münzer von Zürich und Freiburg imBreisgan her, und brachte nebst höherer bürgerlicher Lebensweise auchbürgerliche Rechtlichkeit und Tugend mit **).

Bald nach der Erbauung von Bern hatte Berchtold von Zähringenauch Thun von dem ritterlichen oder freiherrlichen Hause gleichen Na-mens an sich gebracht, und vergrößerte so mit jedem Tage seine Ehrfurchtgebietende Macht in den Gebirgen und Thalern Uechtlands und des gan-zen westlichen Helveticas. Allein auf einmal erhob sich gegen ihn einGewitter, welches diese Macht in ihrem Innersten zu erschüttern, unddie Herrschaft des Hauses Zähringen an den Rand des Verderbens zubringen drohte. Der Herzog, der, wie die meisten Fürsten seines Hau-ses Zähringen, eine staatsklnge Verwaltung erworbener Güter höher hielt,als den schimmernden Glanz gewaltiger Kriegsthaten und die oft trüge-rischen Hoffnungen eines bedeutenden Ländererwerbs, hatte nämlich alleEinladungen zur Theilnahme am Kreuzznge oder italienischen Kriegenruhig, und ohne ihnen Folge zu geben, an sich vorüber gehen lassen.Konrad, des Kaisers Bruder, der seit Herzog Fricdrich's Tode im Be-sitze der schönen Länder Franken, Schwaben, Elsaß und des belgischenErbes stand, erbot sich diesen Mangel an Achtung für die kaiserliche Ho-heit, dessen sich der Herzog schuldig gemacht haben sollte, zu rächen.Siegreich war er bereits in die Mitte der Zähringischen Länder bis Dur-lach gedrungen. Aber Konrad, dessen Tapferkeit, Freigebigkeit undHochsinn von seinen Zeitgenossen mannigfaltig gelobt worden, wußtebesser das Schwert seiner Feinde, als den Ausdruck) eigener ungeregelterLust zu bezwingen. Mitten im schönsten Laufe seiner Siege fiel dieserunglückliche Fürst einem beleidigten Ehemanne zur Sühne. Nachdemdieses im August 1197 geschehen, verlieh Kaiser Heinrich das Herzog-thum Schwaben, um es in seinem Hause zu behalten, seinem BruderPhilipp ***).

Nicht lange nach diesen Ereignissen schien sich Berchtolden eine Ge-legenheit darzubieten, sein Haupt mit der ersten Krone der Christenheitzu schmücken, wenn seine Sparsamkeit ihm erlaubt hätte, so große Ent-

*) Wir werden auf die ursprüngliche Verfassung Bern's am Ende diesesZeitraums umständlicher zurückkommen.

**) Justinger.

***) Tschudi->ck 1196 . Schöpflin, I>ist. llsü. Räumer, Geschichte der

Hohcnstaufen. m> B. S. as.