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Piemont, auch das Schloß Milden in der Waadt zu Lehen *). Alleinals er sich in den Besitz desselben setzen wollte, verwahrte nicht nur derBischof von Lausanne seine Rechte auf dasselbe, sondern der Herzog vonZähringen widersetzte sich mit den Waffen in der Hand seinem Versuche,und es entstand zwischen diesen beiden Fürsten eine Fehde, die erst imJahre 1215 beigelegt werden konnte. Ueberhaupt scheint sich Berchtoldöfters in diesen Gegenden aufgehalten zu haben. Gewöhnlich wohnte erdann zu Solothurn, Burgdorf oder Frciburg, wohl auch bisweilen in sei-nem Schlosse zu Bern **). Von Burgdorf aus bestätigte Berchtold 1210die Abtei zu Zürich. Mit Hülfe der oberländischen Herren unternahm der-selbe im Jahre 1211 einen Zug gegen die Walliscr, welche für Savoycnfochten. Glücklich hatte er mit seinem Heere den schwierigen Pfad überdie Grimsel erstiegen. Als er aber jenseits desselben gleich mft Verbren-nung von Dörfern begann, erwarteten ihn die Walliscr bei dem DorfeUlrichen, und brachten ihm daselbst eine solche Niederlage bei, daß sievon da an keinen neuen Angriffen ausgesetzt waren. Am 18. Oktoberaber schloß der Herzog mit dem Grafen Thomas von Maurienne Frie-den ***). Fast um die nämliche Zeit scheint der Herzog im innern seinesHauses durch den Verlust eines oder mehrerer Söhne eine schwere Wider-wärtigkeit getroffen zu haben 1), so daß er von dieser Zeit an seine
*) 6uict>enon. I.ib. II. csp. g.
tick. Burgdorf VI. LsI. ^pril. Schöpstin, bist. TserinA. Lag. IV. p. I.
***) ttrk, jux!» gierest V. L-ll. (18. Okt.) I2n. dartular Laus. s. gg, Jyh.
von Müller, l. B. 1L. Kap.
ss) Wenn wir hier im Texte die Trauergeschichte von der Vergiftung derbeiden Söhne Berchtold's und der Hinrichtung ihrer Mutter nicht erzäh-len, so unterblieb dieses, weil uns dieselbe, ungeachtet sie in den neue-sten Zeiten wieder mehr Glauben gefunden hat, dennoch im höchstenGrade unwahrscheinlich vorkommt. Aus den die Bewerbung Berchtold'sum die Kastvogtei des Gotteshauses St. Gallen betreffenden Schriftenwissen wir, daß er damals 1208 noch keine Söhne hatte. Urkundlich istnur die Existenz eines einzigen Sohnes, mit Namen Berchtold, aus demJahrzeitenbuche des St. Vinzenzcn Münsters in Bern erwiesen, fürwelchen bis zur Reformation Seelenmessen gelesen wurden. Erst zwei-hundert Jahre nach Berchtold's Tode behaupteten Schriftsteller, er habenoch andere Söhne gehabt, die vor dem Vater gestorben, und durchGift umgebracht worden seien, doch über die Art wie und durch wendieses geschehen, weichen sie unter sich ab. Die Einen klagen ihre eigeneMutter, die Andern ihre Tante Agnes an, doch scheinen sie darin über-einzustimmen, daß die traurige Begebenheit sich zu Solothurn im Jahre1217 zugetragen habe. Berchtold soll, nachdem ihm die Missethat seinerGemahlin bekannt geworden war, dieselbe haben enthaupten, und ihrHaupt mit dem Knaben zu St. Urs begraben lassen. Allein kein einzigerder gleichzeitigen Geschichtsschreiber, weder Konrad von Ursperg, noch