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Lehrbuch der Litteraturgeschichte / von Dr. Ludwig Wachler
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Vf. Unterriclitsanstaltcn.

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-Franzosen, Britten, Teutsche, Italiäner und bald auch nachderen Vorgang die nördlichen und östlichen europ. Nationennahmen wetteifernd Antheil an der hoch gesteigerten Ausbil-dung der Mathematik und Astronomie und an «1er durch stetsfortschreitende Forschung bereicherten Naturwissenschaft undMedicin; kühne Ansichten und tiefe Untersuchung, nie ge-nügend dem folgenden Menschenalter, begründeten besondersin Teutschland neue Gestaltungen der Philosophie, mächtigeinwirkend auf Erziehungskunst und auf die in England undFrankreich praktisch geförderte Staatswissenschuft, mittelbareingreifend in die Bearbeitung aller Zweige der wissensch.Thätigkeit. Vielumfassenden Erfolg hat die von Britten, Nie-derländern und vorzüglich von Teutschen geistreich u. gründ-lich angebaute, mit Geschichte und Kunst enger verbundenePhilologie; durch Fleiss und schöne Kunstform hat Geschichteviel gewonnen in Britannien, Teutschland, Frankreich, de-nen in anderen Staaten nachgestrebt wird; Erdkunde wirddurch stets wachsenden Reichthmn des Stoffes bereichert unddurch wissenschaftliche Anordnung veredelt. In Jurisprudenzund Theologie zeigen sich die erfreulichen Ergebnisse desEinflusses der philologischen, historischen und philosophi-schen Leistungen; von den Fortschritten der Mathematik: mulNaturwissenschaft ging die Vervollkommnung der Technolo-gie, Ilandelskunde, Nautik und Kriegskunst aus und die Wech-selwirkung zwischen Wissenschaft und politischem Gemein-wesen veranschaulicht sich in allen Lebensverhältnissen.

101) Die sittlich - geistige und litterärische Bildung inder neueren Zeit wurde durch mehre >eigenthiimliche Vorzügeund Unterstützungen begünstigt und gefördert;

a) Unterrichtsanstalten, welche vom XVI Jalirh.an neu eingerichtet und besonders in der zweyten Hälfte desXVIII Jalirh. den Foderungen der gesellsch. u. wissenschaft-lichen Bildung entsprechend gestaltet wurden; die Verbesse-rung des Jugendunterrichtes ist eine der vielen segenreichenWirkungen der Reformation und daher am frühesten undreifsten in Teutschland und Holland sichtbar, für die kathol.Anstalten bedurfte es Jahrhunderte, um den protestantischenund auch dann oft nur in beschränkterem Sinne gleichgestelltwerden zu können. Die kirchlich geleiteten Volksschulenwaren lange ein Vorzug des protestant. Teutscblands, wel-