Frau von Dietrich: denn mein Herz war durchdas Leiden meines guten liebenswerthen Soh-nes, schon lange zerrissen, ehe mich das volle Un-glück seines Verlusts traf! Auch wars der erste Ge-danke von Trost, mir zu sagen: Er leider nichtmehr! Es war der einzige Trost, den ich anneh-men konnte ; Alleinseyn mein einziger Wunsch;den Gedanken umfassen : mein Franz ist tod, meinguter rechtschaffener Franz ! alle seine Tugenden,feine so treu gesammelte Kenntnisse, alle seine Lie-benswürdigkeit, dem Grab bestimmt! Töchter!Liebe Töchter! ich konnte nichts tragen, als denAnblick von Thränen, die um ihn geweint wur-den ! Trost annehmen? o leichter hatte ich michmit Füßen treten lassen. Frau von Dietrichwar sehr zu bedauern, daß der harte Schlag, wieein Donner, auf sie herab fiel; aber sie hatte ih-ren schönen blühenden Sohn nicht leiden sehen,nicht sagen hören: ich sterbe — und, welchesrechtschaffene Herz , wird sich in dem Weh desAndern trösten, es leidet für sich und den Näch-sten. Doch machte das riefe fortdauernde Gefühlmerner Trauer, daß ich mir vornahm, den Gangmeiner Seele in diesem Fall, so genau als mög-lich zu beobachten, um mich selbst ganz kennen zu
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Buch
Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise : meinem verwundeten Herzen zur Linderung vielleicht auch mancher traurenden Seele zum Trost geschrieben / von Sophie von La Roche
Seite
9
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