Buch 
Die lustigen Weiber von Windsor. Titus Andronicus. Das Wintermärchen : ; Antonius und Cleopatra. Maass für Maass. Timon von Athen / [William Shakspeare] ; übersetzt von Aug. Wilh. v. Schlegel und Ludwig Tieck
Entstehung
Seite
347
JPEG-Download
 

347

chende Vers bekannter gemacht wird: bei den wirklich schwieri-gen Reden aber lassen uns diese redseligen Erinnerer gewöhnlichganz der Gefahr des Verirrcns preis gegeben, ja es scheint oft, alswenn sie vor vielem Erklären verlernt hätten, die wahren Schwie-rigkeiten zu sehen. Ich erinnere daran nur, damit man sichnicht wundre, wenn wir in der Übersetzung fast niemals diesenEmendationen gefolgt sind. Es ist unmöglich, jedesmal nachzu-weisen, warum unser Text vom gewöhnlichen abweicht; der Ken-ner oder Beurtheiler wird ja hoffentlich im Besitz einer kritischenAusgabe seyn, die ihm wenigstens die alten, weggeworfenen Le-searten meldet. Für diese Kenner, nicht Lehrlinge, sind die No-ten, die er hier findet, die wenigstens weder dem Malone, nochStecvens, oder Drake und Rares nachsprechen. Keiner derNeuern (wie ich schon sonst gesagt habe) verdient so viel Auf-merksamkeit, als Gifford, dessen Ausgabe des B. Jonson undMassinger höchlich zu loben sind, wenn ich mich gleich bewogenfühle, hie und da auch von seinen Erklärungen abzuweichen.

S. 250. Z. 12. v. u.

Dichter. Wie ein Gewand ist unsre Poesie,

Heilsam, wo man es hegt

Hier lesen die neuern Ausgaben:

Our possie is us u tzum, vsticle ovre»kram viionce tis nourwlwss;

Die Folio hat die Stelle so:

Our z-ossi« is u« u xovn, vliioli usesÜ'rom vbuncu 'tis nonrisbeil;

Die Änderung ist gewaltthätig und der Dichter sagt etwas Un-bedeutendes, jedenfalls aber das Entgegengesetzte von dem, wasihm der Vers. in den Mund legt. Statt; unsre Poesie ist wieein Gummi, Harz, das da ausquillt, wo es im Stamm oderBaum genährt wird also eine natürliche, unfreiwillige Er-gießung meint dieser Poet; seine Kunst, die schmeichelnde desGelegenheits-Dichters, ist einem Gewände zu vergleichen, dasdemjenigen, der es bestellt, bezahlt, nützlich ist. Hart, gezwun-gen und dunkel ausgedrückt, aber doch verständlich. Freilich ganzim Widerspruch mit dem, was er oben kurz zuvor in affectirterBegeistrung geäußert hat. Er dichtet also für Geld, er lobt,um belohnt zu werden.

S. 251. Z. 7 . v. u. Dichter. nein, segelt fortIn weiter, klarer See:

In a viele sea ok vax.

Es ist nicht nöthig, hier an die Wachstafeln der Alten zu°mken. tt'ax ist hier für das Flüssige, Nachgebende, nicht Wi-derstrebende gesetzt.

S. 265. Z. 8 . v. u. Cupido tritt auf.

Eine Maskerade und ein Tanz, welche Timon seinen Gästenveranstaltet hat. Er spielt aber selbst den Erstaunten, indem er