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Achter Band.
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102 Drittes Kapitel. Dritter Hauptkrieg gegen

Gegen so viele Feinde stand Frankreich jezt ganz allein.Zwar die Pforte sezte noch für ihre eigene Sache den Kriegwider den Kaiser fort; aber vergebens verlangte Ludwig von ihr,daß sie Wilhelmen von Oralsten nicht als König von Englanderkenne. — „ Es gezieme, also antwortete sie, den Türken, welchemehr als einmal ihre Sultane abgesezt hätten, nicht, den übrigenNationen dasselbe Recht zu bestreiten. König von England sey,welchen die Engländer dafür erkennten." Die Schweizer jedoch,welche Oestreich vergebens zum Beitritt zur großen Allianz einge-laden, schlössen mit Ludwig einen Ncutralitätstraktat, ihreTruppen in seinem Dienste lassend.

2n einem neunjährigen Krieg gegen halb Europa ') entfalteteFrankreich abermal seine erstaunliche Kraft, und blieb, ob auchohne entscheidenden Triumph, doch im ganzen mehr siegend alsbesiegt. Von der teutschen Grenze, allwo er zuerst entbranntwar, zog sich der Kampf jezt nach den Niederlanden, nachIrland, nach Italien, nach Spanien, nach fernen Meerenund Welttheilen. Unserm Zwecke gemäß werden wir blos derHanptschläge desselben gedenken.

§. 18.

Hauptbegebenbeiteii diese« Krieg«

Am Rhein ergriff jezt der König die Defensive, um in ande-ren Gegenden desto nachdrücklicher zu streiten. Aber zum Schuzseiner Grenzen ergriff er das barbarische Mittel, die vorliegendePfalz auf beiden Rheinufern znr Wüste zu machen. Auf seinenunmenschlichen Befehl - von Louvois wohl angerathen undunterzeichnet, aber vom König gegeben— wurden also Heidel-berg, Mannheim, Frankenthal, Speier, Worms, mitvielen andern Städten und Dörfern verbrannt oder niedergerissen ^ 1 ,die Einwohner geplündert und verjagt, selbst der Gräber — inHeidelberg der Kurfürsten, in Speier der Kaiser — nicht geschont.Aber nicht diese Gransamkeit, als welche blos Abscheu und Rache-durst erzeugte, sondern die elende Beschaffenheit des Rcichsheeresund des Kaisers Schwäche sicherten Frankreichs Grenze. Aus-

1) 1688 — 16S7.

2) >689. Febr