Viertes Kap. Spanischer Successionskrieg. 119
brannte der Aufruhr in dem ganzen Gebirg. SchwärmerischeHäupter, Propheten und Prophctinen ermangelten nicht. Scha-denfroh reichte das Ausland Hilfe an Geld und Menschen. Dasandte der König nacheinander die Marschälle Montrevel, Vil-lars und Berwik gegen die Empörer. Der erste ') schändetesich durch unmenschliche Grausamkeit, welche gerächt ward durchWiedervergelmng an den königlichen Soldaten. Der zweitebereitete den Sieg durch geschickte Unterhandlung vor, und derdritte vollendete ihn durch Uebermacht und Strenge. Unter denHäuptern der Rebellen hatte zumal Cavalier, ein Bäckerjunge,sich ausgezeichnet. Der große König verschmähte nicht, mit dem-selben durch den Marschall Villars einen besondern Frieden zuschließen, wornach Cavalier als Obrister in den königlichen Diensttrat, welchen er jedoch bald — aus wohlbegründctem Mißtrauen —wieder verließ. In diesem bürgerlichen Krieg waren an hundert-tausend Franzosen in Schlachten und Gefechten gefallen, anzehntausend Rcformirte durch Henkershand unter mannigfacherMarter getödtct worden. Languedoc war verwüstet. Die FeindeFrankreichs freuten sich seines Jammers
§. 7 .
Kaiser Joseph I. Ueberlcgenheit der alliirten Waffen.
Wir kehren zum Successionskriege zurück. Der KaiserJoseph t. führte denselben mit vermehrtem Eifer und mit glän-zendem Glück. Zwar am Rhein gewann Dillars die Oberhand,und behauptete sie zwei Jakre hindurch H gegen die schwacheund schlechtbeschaffene Reichsarmee, besonders nachdem ihr An-führer, der Prinz Ludwig von Baden, sein Hcldenleben ge-endet Aber die dringende G.fahr bewog endlich die südlichenReichskreise zu stärkerer Anstrengung, und auch der Kaiser sandteHilfe, wodurch der neue Fel.herr des Reichs, der Kurfürst vonHannover, in Stand gesezt ward, Dillars Fortschritte zu hem,men. Wirksamer noch trug dazu bei das Elack der alliirtenWaffen in Italien und in den Niederlanden.
1) >703. ?) 1704. 3) Iliül. (lo.-; (l.imlssxis. 1.00(1. 1744.
4) 1706. 1707 b) 4. Jänner 1707.