Viertes Kap. Spanischer Successionskrieg. 129
ßen und Savoyen; bald daraus schloß auch Spanien Friedemit England und Savoyen Der Kaiser allein, auf sein frü-heres Glück und das vermeinte Recht seiner Ansprüche pochend,sezte den Krieg fort, aber kraftlos, weil jezt auf die eigenen Hilfs-quellen und auf jene des Reichs beschrankt. Daher sah er baldsich gezwungen einen Evacuationstraktat über Eatalonien,Majorka und Avika abzuschließen, und einen Neutralitätsver-trag für Italien und die an Savoyen stoßende französischeGrenze. Am Rhein aber, wo der lezte Kampfplaz war, drängteVillars den Prinzen Eugen zurück, und eroberte Land au undFreiburg °). Da erkannte der Kaiser die Unmöglichkeit, ohneBundesgenossen Frankreich obzusiegen, und nahm endlich für sichund für das Reich einen schlechteren Frieden an, als er zu Utrechtwürde erhalten haben. Die Heerführer selbst, Eugen und Vil-lars, waren die Unterhändler dieses Friedens, welcher zu Ra-stadt für Oestreich und zu Baden für das Reich —nach einer durch Reichsgutachten vom 23. April dem Kaiser hiezuertheilten Bevollmächtigung — unterzeichnet ward. Erst nachdem Friedensschluß zu Rastadt kam jener zwischen Spanienund Holland 6) und noch später zwischen Spanien und Por-tugal zu Stande Spanien und Oestreich aber schlössengar nicht förmlich Frieden.
Z. 13.
Betrachtungen.
In dem Frieden von Utrecht, d. h. in der Reihe der Frie-densschlüsse, welche daselbst Frankreich und Spanien mit ihrenvielen Gegnern, und zwar fast mit jedem insbesondere eingingen,erreichte Ludwig XlV. seinen großen Zweck, die Befestigung derspanischen Krone auf dem Haupt seines Enkels Philipp vonAnjou. Doch viele herrliche Nebenländer wurden losgerissen vonSpanien: Neap el, Sardinien, Mailand mußten au Oestreichüberlassen werden. Auch die spanischen Niederlande sollte
1) 3"l> 2) 17,Z, 14. März.
3) 22. Aug. und 21. Nov. 4 ) 1714 , 6. März.
5) Zu Baden (in der Schweiz) 7. Sevt.
6) 1714, 26. Juni. 7 ) 1715, 6. Febr.
Rottcck Gcsch. 8r Bd.
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