134 Fünftes Kap. Der große Nordische Krieg.
Fünftes Kapitel.
Der große Nordische Krieg»).
Z. 1.
Einleitung. Karl Xll.
Während der Krieg über die spanische Erbfolge fast alle Län-der des südwestlichen Europa verwüstete, ja noch länger undschrecklicher, brannte auch in Nordoste» des Welttheils eineandere, gleich weit verbreitete Kriegsflamme. Wenn aber jenererzeugt war durch kalt berechnende Kabincts-Politik und gemeineLändergier, so zog diese ihre Hauptnahrung aus der persön-lichen Kampflust und Tollkühnheit eines gekrönten Soldaten, undaus der gleichfalls persönlichen genialen Kraft seines Hauptfein-des. Die Häupter des spanischen Krieges lenkten denselbenvon ihrem Pallast und Staatsrath aus, jene des nordischenführten ihn Selbst. Ludwig und Leopold vernahmen an ihremschwelgerischen oder ruhigen Hofe die Nachrichten von Niederlagenoder Triumphen ihrer Feldherrn; ja selbst Karl von Oestreichund Philipp von Anjou, die unmittelba.en Nebenbuhler umdie spanische Krone, sahen nur von ferne zu, wie ihre Getreuensich für sie schlugen. Eugen uid Marlborough, Villarsund Vendome verdunklen völlig die Monarchen, für die siestritten. Karl Xli. aber und Peter AI. waren die vordersten,so wie die that - und glorreichsten Kämpfer ihrer Sache. Dadurchgewinnt dieser Krieg ein vielfach erhöhtes episches Interesse, under ist nicht nur an heroischen Zügen, sondern auch an erschüttern-den Katastrophen weit reicher als der span'schc. Beide zusammenaber veränderten die ganze Gestalt von Europa; der eine endigtFrankreichs Präpondcranz, der andere jene Schwedens;
1) Vergl. ausier den oben S >3. angeführten Schriftstellern: bl>o lilxtor^r>s l»ete> ilio u>eat >>v ülex. >765. Ili-st. «Ie l»«I»gne
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Zar Geschichte des großen Nordischen Kriegs gehörige Nachrichten in LchmrttPhiseldek's historischen Misiellaneen,