160 Fünftes Kap. Der große nordische Krieg.
Mordbrenner in Holstein nach, umzingelten ihn, und nahmen ihnmit seinem ganzen Heere durch Capitulation gefangen *). AuchTönningen ward erobert und geschleift.
Jezt schloß der Administrator von Holstein mit Preußeneinen Sequestrations-Traktat über Stettin und Wismar, damitnicht russische Kriegsvölker in diese Provinzen zögen. Aber nurdurch Gewalt konnte Preußen sich in den Besiz von Stettinsezen, da der schwedische Statthalter trozig den Scqnestralions-Traklat verwarf.
Während Schweden also seine teutschen Provinzen verlor, drangder Czaar nnaushaltsam in die östlichen Lander. Schon 17l0hatte er den Rest der Schweden völlig aus Polen vertrieben,Elbing mit vielen Kriegsvorrälhen, auch das feste Riga mitganz Lieft and, auch Esthland mit Reval, nicht minderWiburg und Kerholm in Karelcn, Pcrnan nnd die InselOesel erobert, auch festen Fuß in Finnland gefaßt. Der aus-gebrochenc Türken krieg hemmte aus einige Zeit seinen Sieger-schritt. Aber nach befestigtem Frieden mit der Pforte sezte erseine Eroberungen in Finnland fort, schlug den schwedischenFeldherrn Armfeldt, schlug auch in Person die schwedische Flottebei Aland °), und bemächtign? sichNyslots nnd anderer Festen.
Dies Alles geschah während Karl in der Türkei verharrte.Alle Vorstellungen der Regentschaft und des Senats wies er mitVerachtung oder mit Unwillen zurück; er ließ seine Provinzen derVerwüstung und Eroberung, den ganzen Staat der äußersten Er-schöpfung an Geld und Menschen preis, kcbrtc erst wieder, alsRettung fast unmöglich war, und zeigte gleichwohl in seinem Elendnoch denselben Uebermuth, wie im Glück.
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Ävrzischer Rettung-plan.
Noch hatten Preußen und Hannover nicht ausdrücklichden Krieg erklärt. Als aber der König, gleich nach seiner An-kunft in Stralsund, die Seqnestrationstruppen des ersten ausWolga st und Usedom vertrieb, und seine rächenden Waffen
1) l7N, 6. Mai.
2) 1714, 17. Febr.