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Eilftes Kapitel. Der östreichische
Aber der zweite Frieden mit Preußen erlaubte Oestreich dieVerstärkung des italischen Heeres, und es errang dadurch abermaldie Oberhand. Die piemvntesischen Völker von einer Seiteeroberten nacheinander viele vom Feind besezte Pläze, und vonder andern trieb das östreichische Heer unter dem Fürsten vonLichtenstein die bourbonischen Fahnen aus demMailändischenbis nach Piacenza, und schlug sie daselbst aufs Haupts.
Der Tod K. Philipps V. von Spanien, welcher um die-selbe Zeit eintrat, vollendete das östreichische Waffenglück. DennFerdinand V!., sein Sohn und Nachfolger, hatte für die Er-hebung seines Stiefbruders, Don Philipp, nicht denselben Eiferwie die zärtliche Mutter, Elisabeth von Parma. Also er-hielten die Spanier Befehl zur Räumung Italiens und zogen sichin die Provence. Jezt ersahen Oestreich und Sardiniendie Gelegenheit, das sich Selbst überlassene Genua zu erobern.Der General Browne drang durch die Bocchetta, nahm diereiche Stadt und das ganze Gebiet von Genua ein, undwagte selbst einen Einfall in Provence.
Oestreich, allzuoft sein eigener Feind, mißbrauchte auchhier sein Glück. Troz und Erpressung empörten das genuesischeVolk; es stund aus gegen seine Bedrücker.
Der Besiz von Genua war von unermeßlicher Wichtigkeitfür Oestreich. Von hier aus allein konnte es Lebensmittel undKriegsbedarf nach der Provence verführen, allwo sein Heer,durch glänzende Erfolge kühn gemacht, bereits die stolze Hoffnungnährte, Toulon und Marseille zu erobern. Schon hatte dieBelagerung von Antibes angefangen, die Oestreicher brand-schazten tief in Dauphins; das französische Heer war zerrüttetund muthlos. Die Nation sah die Rache nahen wegen des mulh-willigen Bruches der Traktaten. Der Urheber des Kriegs, derMarschall B elli s l e, einst von Zertrümmerung Oestreichs träumend,raffte jezt ängstlich alle Streitkräste zusammen, den SüdenFrankreichs zu retten. Da ließen die Oestreicher aus dem Arsenalzu Genua Feuerschlündc nehmen, um sie nach der Provencezu verschiffen. Das Volk wurde dabei aufgeboten zum Frohn-
1) 1746, 16. Juni.
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2) 5. Sept.