322 Dreizehntes Kap. Der Norden und Osten.
in die Knechtschaft. Indessen rückte der Großwessir, MchemetEmir Pascha, mit den Kriegsschaaren Europa's und Asienslangsam gegen den Dniester. Galliczin griff vergebens Ehoc-zim an; zweimal mußte er wieder zurück über den Fluß. Aberder Divan, wie das Heer, war unzufrieden mit Mchcmetsbehutsamer Kriegsführung, und es ward der ungestüme Molda-wani Ali an seiner Statt znm Großwessir ernannt *). Derselbewagte den Ucbergang über den Fluß. Als aber ein Theil desHeeres übergcsczt hatte, zerriß der durch Regengüsse angeschwolleneStrom die Brücken und ließ die von ibrcn Brüdern abgeschnittenenTürken rettungslos dem russischen Angriff preis. Sie wurden,mnthvoll kämpsend, fast Alle niedergemacht. Die Schaarcn, welchenoch diesseits stunden, als sie jene fallen sahen, ergriff Zornund Schrecken. Sie lösten sich auf in wilder Unordnung, mitden Trümmern des Heeres eilte Moldawani an die Donau zu-rück. Auch Choczim wurde verlassen; die Russen, erstaunt überihr eigenes Glück, nahmen davon Bcsiz und erbeuteten unermeß-lichen Kriegsvorratb. Auch Bucharest und Jassy, mit ihnenfast die ganze Wallach ei und Moldau, waren der Preisjenes Sieges.
Der General Romanzow war es, welcher diese lezternFrüchte ärndete. Er hatte an Galliczin's Stelle den Feld-herrnstab über das Hanptheer erhalten. Seine Armee befehligtejezt der Graf Panin.
Moldawani ward in's Elend geschickt. Sein Nachfolger,Halil Pascha 2), hatte jedoch kein besseres Glück. Roman-zow, obwohl Hunger und Pest sein Heer verminderten, drangsiegreich vor, schlug den Tataren Kapian Ghierai am FlußKarga') und den Großwessicr am Kagul^). Indessen erobertePanin, welchem Romanzow durch Prosorowski die Handreichte, das durch Feuerschlünde und Minen halb in Schutt ver-wandelte Bend er durch einen mörderischen nächtlichen Sturm.Da unterwarfen sich die Tataren von Buziak, da fielenKilianova nnd Bialogorod, Braila, und was von
1) Aug. 1769.3) 13. 3»li.
2) l77N.
4) 1 Auzust.