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Achter Band.
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330 Dreizehntes Kap. Der N orden und Osten.

polnischen Gebiets, und fast die Hälfte seiner Bevölkerung. DerKönig von Preußen erhielt das ihm so kostbare West- oderPolnisch-Preußen, wodurch sein Königreich mit dem übrigenBrandenburgischen Land in Verbindung gcsezt und Er Herr derWeichsel, somit des polnischen Handels ward, also Pomme-rellen, die Woiwodschaften Marienburg und Culm sammtdem Bisthum, auch das Bisthum Ermeland und den DistriktMichelau, zu allem den Nezdi strikt, endlich auch den Hafenund den Zoll von Danzig. Die Stadt Dan zig jedoch, so wieauch Thorn, deren Freiheit die Kaiserin Katharina — meistauf Betreiben Englands — garantirt hatte, blieben in ihrer altenVerfassung. Der König mußte sich znr Verschiebung ihrerBesiznahme auf eilte andere — wie vorauszusehen war, nicht sehrferne — Zeit entschließen. Der Flächenraum des Erworbenenbetrug an 600 Quadratmeilen, die Volkszahl 600,000 Seelen.

Für ihren Antheil nahm die russische Kaiserin ein großes Stückdes Grvßfürstenthums Litthauen, so wie der WoiwodschaftenMinsk, Witepsk und Mscislaw, überhaupt das Land zwi-schen den Flüssen Düna, Dnieper und Deutsch; eine Länder-masse von beinahe 2000 Quadratmeilen, bewohnt von 1,800,000Seelen.

Oestreich endlich erhielt den fruchtbarsten, bevölkertsten Theil,die Königreiche Lodomerien und Gallizicn (einen Theil derPalatinate Sendomir, Lublin und Krakau — sammt denkostbaren Salzwerken von Vochnia und Wielizka, deren Er-trag der Krone gehörte — und des Landes Chelm, dazu diePalatinate Belz und Roth-Ruß land, das Land Halicz undmehrere Distrikte Podoliens und Volhyniens) überhaupt aufungefähr 1400 Quadratmeilen, an 300 Städte und Flecken, übersechstausend Dörfer und eine Bevölkerung von nah' an drei Mil-lionen Menschen.

Die Rechtfcrtigungsgründe der so gewaltthätig ausgeführtenAnsprüche, so wie sie Oestreich und Preußen dem polnischenReichstag und der Welt vorlegten, erscheinen in ihrer allzngrellenNichtigkeit entweder als die bitterste Selbstanklage oder als offeneRechtsvcrhühnung; und weit klüger handelte Katharina, indemsie sich nicht rechtfertigte. Begebenheiten, Besizverhältnisse,