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Achter Band.
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314 Vierzehntes Kapitel. Kaiser Joseph II.

einige Schinschnften, welche für die Jesuiten erschienen, darunterselbst einen Hirtenbrief des Erzbischofs von Paris, Bcaumont,verbrennen durch Henkershand. Bald folgte das Verbot, Novizenund Schüler aufzunehmen, dann die Abschaffung des Ordens-Habits, die Auflösung der Kollegien, endlich die Einziehung ihrerGüter und die völlige Aufhebung des Ordens für ewige Zeit').Doch mißhandelte man die Vater nicht, sondern ertheilte ihneneine — freilich kärgliche — Pension.

Härter erging es ihnen in Spanie n. Der Minister Aranda,und Compomanes, der Fiskal Castiliens, nahmen von demKrieg in Paraguay den Anlaß, den Orden zu verfolgen. Vieleandere Beschuldigungen, welche zum Theil von der Leidenschaft-lichkeit der Ankläger zeugten, wurden erhoben wider die einsthochgeehrte und übermächtige Gesellschaft. Plözlich traf sie derzernichtende Schlag. An einem Tage") wurden durch auögc-sandte Kriegsknechte alle Kollegien gesprengt, alles Besizthumweggenommen, alle Väter deportirt.

§. 5.

F o r t s e z u ii g.

Zu so gewaltthätigen Schritten vermochte die Höfe meistder rücksichtslose Eifer, womit der Pabst Clemens Xlll. desOrdens sich annahm und selbst der geringsten Reform desselbensich widersezte, Das Prinzip, wofür er stritt — päbstliche Macht-vollkommenheit — war allerdings dasjenige, dessen siegreicheDurchführung P. Gregorn VII. glänzenden Ruhm und selbstden Heiligenschein erworben, welches eine Reihe von Jahrhunder-ten hindurch über Europa geherrscht, und dessen Gegner mansonst als Feinde Gottes und der Menschen mit Feuer und Schwertverfolgt hatte. Pabst Clemens vergaß, daß nur den Gewaltig-sten gegeben ist, ein Prinzip, welchem Vernunftmäßigkeit fehlt,oder die öffentliche Meinung widerstreitet, aufrecht zu erhalten,und er sah nicht, daß die Herrschaft der Priester bereits zuEnde, und jene der Soldaten gekommen war.

Auch Neapel, auch Parma folgten dem Beispiele der bour-

1) 1764 — 1767.

2) 1767. 6. März.