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Achter Band.
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Vierzehntes Kapitel. Kaiser Joseph II. 363

Fürsten? — sollten in Kraft verbleiben: das Toleranz-Ediktund jenes über die Milderung der Leib- und Grund-H errlich-keits-Rechte. Hicdurch wurde Ungarn nothdürftig beruhigt.

Z. 14.

Unruhen in ten Niederlanden.

Aber in den Niederlanden brannte damals schon offenerAufstand; entsprungen aus gleich verwerflichen Gründen, wennman das Materielle der Beschwerden betrachtet, wiewohl nichtohne Entschuldigung, wenn nur das formale Recht. Dennallerdings hatte Joseph die joiivou.-iL enli-öo, das GrnndgesezBrabants, so wie die Verfaffungsrechte mehrerer anderer Pro-vinzen verlezt; doch meist nur in wohlthätiger Absicht, zurwirksameren Durchführung seiner Plane der Volksbeglückung, zurAufhebung der Hindernisse, welche Kastengeist, Priestergewalt undNationalvorurtheil den Fortschritten des Wohlstandes, der Auf-klärung und der Humanität entgegensezten. Der Rost des Mittel-alters klebte an der Verfassung dieser Provinzen, sie war meistnur den privilegirten Ständen günstig, befestigte die Herrschaftdes Aberglaubens und der Unduldung, und gab das einfältigeVolk den jeden Aufschwung hemmenden Einflüssen eines selbst-süchtigen Adels und fanatischer Pfaffen preis. Der Sohn des19. Jahrhunderts, welcher eine lange Folge gewaltsamer Umschaf-sungcn seiner bürgerlichen und politischen Verhältnisse in schwei-gender Ruhe ertragen gelernt, sieht mit Erstaunen die Belgierdarum sich gegen ihren hochherzigen, milden, väterlichen Königund Freund empören, weil er Justiz, Kirche und Schule zeitgemäßeinzurichten beflissen war, weil er Prozessionen einschränkte, über-flüssige Klöster aufhob, Tolcranzgeseze verkündete, ein General-Seminarium der Geistlichkeit, woraus wohlunterrichtete und wohl-gesinnte Hirten, anstatt beschränkter und sittenloser Pfaffen her-vorgehen sollten, errichtete, und eine den bigottesten Grundsäzenergebene Universität (Löwen) durch weise Reform dem Zeitgeistbefreunden wollte. Die Zöglinge dieser Universität, die Verpflich-tung zum ernsten Studium, welche Joseph bezweckte, scheuend,erhoben den ersten Tumult, zum eindringlichste» Beweis, daßnicht die freisinnige Lehre, sondern die Gcisteöbeschrän-