der Vornehmem, und die Geschichtschreibung selbst mit Lobund Tadel kam in ihre Hand. Wichtig war ihr Ansehen inden Reichsversammlungen; und als Chlotar auch von ihnen Ab-gaben forderte, weil die Einkünfte des Königes auf seine Gü-ter, den Antheil an der Beute, die Strafgelder und die Ge-schenke des Märzfeldes beschränkt waren, klagten sie nicht überEigenmacht, sondern über Kirchenraub. Doch wirkten die Kö-nige, welche ihre Stellung zu würdigen wussten, auch auf dieSynoden der Geistlichkeit, und diese selbst standen nicht seltenkirchlichen, politischen und moralischen Ausartungen entgegen.Nur zu oft ist schon dasjenige, was bey seiner Einführung Wohl-that für die Menschheit war, in der Folge Nachtheil und Fesselgeworden, vornehmlich wenn ein Kastengeist sich des für Allebestimmten Gutes bemächtigte, oder die Inhaber der gemeinnützi-gen Wissenschaft und Kenntniß sich in eifersüchtige Monopolistenverwandelten.
Pipin, von welchem der Nahme der Pipinischen Grafschaftin der Gegend des Schlosses Bipp hergeleitet wird, war dereigentliche Stifter des Carolingischen Königsstammes, dem abersein hoch über die Zeitgenossen sich erhebender Sohn, Carl derGrosse, den Nahmen gab. Die Regierungen Carls, 77t bis814, und seines Sohnes Ludwig, 814 bis 84o, zeigen lehr-reich , wie beynahe mit den nähmlichen Hülfsmitteln ein kräftigerRegent durch zweckmäßige Verwaltung sich und sein Volk ehrenund selbst bedeutende Flecken vergessen machen kann, weil oftschon die Zeitgenossen, noch mehr aber die nachfolgenden Ge-schlechter, über dem Glänze der Thaten die Mittel und selbstden Mißbrauch der Gewalt vergessen; ebenso hingegen, wie eineunfähige Regierung, auch ohne innerlich böse zu seyn, sich selbstverächtlich macht und jeden bessern Aufschwung des Volkeslähmt.
Mit Zustimmung der Grossen hatte Pipin 768 das Reichzwischen seine Söhne Carl und Carlomann getheilt, und nichtfrey vom Verdachte war des Letztem frühzeitiger Tod. Carl