78
durch die drohende innere Entzweyung der EidSgenossen unter-blieb. Die daraus hervorgehende Erbitterung hinderte dagegendie zur Sprache gekommene Anschließung der für die Eidsge-nossen so wichtigen Stadt an ihren Lundesverein, und als jenedrey Länder nach einiger Zeit ihre Drohungen erneuerten, be-' ivaffnete sich Constanz, besserte seine Festungswerke aus undschloß sich ganz an das System des Schwäbischen Bundes, in-deß der Bischof Hugo von Landenbcrg eine Vereinigung init denEidSgenossen einging. — Einen Angriff der Walliser auf Sa-voie», 1492, hatten Bern und Freyburg gehindert. Als vierJahre später allgemeine Unzufriedenheit gegen den berühmtenBischof Jost von Sillinen ausbrach, dem man Gewaltthätigkeitten und Unordnungen Schuld gab, mußte er weichen, und seineGegner, an deren Spitze Georg auf der Flüe stand, wähltenNiclaus Schiunern zum Bischöfe,
Mächtig erschütterte während dieser Seit der Einfluß Frank-reichs und Oesterreichs die innern Verhältnisse der Eidsgc-nossen, und wenn bisweilen Unmuth und Mißtrauen die sieg-reichen Wirkungen Französischer Ränke und Ausspendunge»überwogen, so drängten hingegen die Besorgnisse, durch dieNeuerungen des Kaisers eine bereits errungene Unabhängigkeitwieder zu verlieren, die EidSgenossen aufs neue in das Fran-zösische System hinüber. Als 1492 der Krieg zwischen CarlVIII und Maximilian wieder auSbrach, erklärten die Länder sichfür den erster», indeß die Städte, von Bern geleitet, auf dieErneuerung des Erbvereines bedacht waren. Dem Römische"Könige schlug man Hülfe gegen Frankreich ab; doch verwei-gerte man dieselbe auch den drey Bayerischen Herzogen gegenden Kaiser, ungeachtet man vorher mit ihnen eine Vereinigunggeschloffen hatte. Weit zahlreicher folgten die NeiSläufer denFranzösischen Fahnen, und daS Uebel war so tief eingewurzelt,baß die Städte es nicht vermochten, die Ihrigen zu hindern,gegen Maximilianen zu dienen; doch bewahrte Bern mit Ent-schlossenheit die Stadt Neuenburg vor dem Angriffe einer, groß-