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Fortdauernd richtete sich indeß die äußere Politik der beydenReligionstßeile auf ganz verschiedene Seiten. Die Evangelischenließen sich durch keine ängstlichen Besorgnisse abhalten, an frem-den Angelegenheiten Theil zu nehmen, wenn sie hoffen konnten,Gutes zu Stande zu bringen. Um zur Beendigung des blu-tigen Krieges mitzuwirken, durch welchen England und Hol-land ihre Kräfte verzehrten, sandten sie 165Z den StadtschreiberStockar von Schafhausen. Die damahligen Behörden Englands,der Proteetor Cromwell, das Englische Volk selbst bewiesen ihmAchtung. Eben dieß thaten die Niederländer, und ihre in Eng-land gegenwärtigen Gesandten pflegten seines Rathes. Cromwellmachte diesem Abgeordneten einiger Glieder der Eidsgenoffen-schast größere Ehrenbezeugungen, als dem Venetianischen Residen-ten, und beym Friedensschlüsse, im April 1654, nach StockarsRuckreise wurden die evangelischen Eidsgenossen in den Vertragaufgenommen.
Mit der größten Angelegenheit verwandten sie sich im folgen-den Jahre schriftlich und mündlich an dem Turinerhofe für diegrausam verfolgten Waldenser, steuerten ihnen 18,000 Gulden,sprachen am Ende von der Möglichkeit einer Hülfleistung, undneben der Verwendung Englands und Hollands war wesent-lich auch der ihrigen ein am 18 August zu Pignerol geschlossenerDuldungsvertrag bcyzumeffen, als Mazarin, der FranzösischeStaatsminister, der zuerst diese neue Verfolgung betrieben hatte,Savoiens Sache aufgab.
Mit dem Bischöfe von Basel erneuerten die katholischen Orteam 16 September 1655 zu Luzern ihr Büudniß. Nicht nurversprach man sich thätliche Hülfe in ReligiouS- und allenandern billigen Sachen wider alle Beleidiger und Ansprenger,sondern auch eine gleiche Theilung gemeinschaftlicher Eroberungen,ungeachtet an keine solche über angrenzende größere Staaten zudenken war, und der Bischof verpflichtete sich, jährlich unterden Orten abwechselnd einen verständigen geschickten Mann zum